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Windows 8 ist da: Aus für XP und Windows 7 ?

Warum XP-User jetzt handeln müssen

13 Jahre hat sich Windows XP behauptet. 2008 hatte Windows XP einen Marktanteil von circa 73 Prozent bei sämtlichen Betriebssystemen weltweit, und noch 2014 arbeiten knapp 30 Prozent aller PCs mit diesem System. Trotzdem: Am 8. April 2014 ist nach 13 Jahren endgültig Schluss. Was heißt „Schluss“? Die Software funktioniert natürlich weiter, sie erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr. Der Einsatz im Internet ist dann nicht mehr zu verantworten. Wer auf einem Gerät noch XP nutzt und dort auch künftig wieder Windows haben will, muss jetzt handeln:
Der beste Zeitpunkt für das Upgrade ist leider längst verstrichen (Januar 2013:) Das günstige Einführungsangebot von 30 Euro für das Upgrade von XP Pro/Home (!) auf Windows 8 Pro (!) lief bis 31. Januar 2013. Seitdem kostet das Upgrade circa 90 Euro.

Die (besseren) Linux-Alternativen: Ausgehend von der wahrscheinlichen Tatsache, dass ein noch laufendes Windows XP auf einer nicht mehr ganz taufrischen Hardware stattfindet, ist ein Upgrade auf ein neueres Windows technisch fragwürdig. Microsoft macht es sich recht einfach: Wenn das Gerät mit einem Windows 8.1 überfordert ist, dann kaufen Sie halt einen neuen PC. Mit Windows 8.1 versteht sich.
Wenn die Hardware noch zuverlässig funktioniert, ist das natürlich Blödsinn: Es gibt eine Reihe sehr guter Linux-Distributionen gibt, die nichts kosten und mit alter bis sehr alter Hardware hervorragend zurechtkommen. Mit Rechnern ab einer Pentium-IV-CPU und 1 GB RAM (evtl. reichen auch 512 MB) sollten Sie in jedem Fall ein Linux ausprobieren. Netbooks mit typischer Hardware-Ausstattung sind absolut einschlägige Kandidaten für Linux. Auch mit älteren Dual-Core-CPUs und 2 GB RAM ist ein schlankes Linux in der Regel die bessere Wahl. Nähere technische Informationen und empfehlenswerte Distributionen finden Sie in dieser Artikelsammlung zum Umstieg von XP auf Linux.

Vista und das Support-Paradoxon

Vista kam zu seiner besten Zeit 2009, also vor Windows 7, gerade mal auf 30 Prozent Markanteil – für ein Windows ein sehr bescheidener Wert. Mittlerweile ist der Anteil einstellig – Tendenz weiter fallend. Vista ist Upgrade-Kandidat – beim direkten Inplace-Upgrade auf Windows 8 bleiben immerhin die Systemeinstellungen erhalten.
Sicherheitsupdates bis 2017: Für Vista-Benutzer, die es bleiben wollen, besteht kein Handlungsbedarf: Der eigentlich 2012 ablaufende Extended Support, der den Nachschub der Updates gewährleistet, wurde großzügig für alle Vista-Editionen bis 2017 verlängert.
Supportverlängerung für alle: Dem erfolglosen Vista ist es letztlich zu verdanken, dass Microsoft den Extended Support für Home-Versionen generell auf 10 Jahre verlängerte. Früher galten 5 Jahre für Home, 10 Jahre für Professional und Enterprise. Diese Regel hat Microsoft bei Vista außer Kraft gesetzt und dann auch gleich generell für alle Nachfolger auf 10 Jahre erweitert. Ein Grund dafür war das Paradoxon, dass Vista Home im April 2012 weggestorben wäre, während der ältere Vorgänger XP ja noch bis 2014 lief.

Windows 7 und das Downgrade-Recht

Mitte 2012 zog Windows 7 an XP vorbei. Inzwischen läuft jeder zweite PC weltweit mit Windows 7. Das noch junge System bietet Support bis 2020 und dürfte erste Wahl bleiben für alle, die Windows 8.x misstrauen.
Wenn Sie beim Kauf eines neuen Notebooks oder PCs ein darauf vorinstalliertes Windows 8 nicht haben wollen, ist das kein ernstes Problem: Microsoft bietet das sogenannte Downgrade-Recht auf die nächstniedrigere Windows-Version, in diesem Fall also auf Windows 7.
Das Downgrade-Recht hat zwei wichtige Bedingungen: Es gilt erstens nur bei Windows 8 Pro. Kaufen Sie also kein Gerät mit Windows 8 („Core“), wenn Sie Windows 7 einsetzen wollen. Zum Zweiten gilt das Downgrade-Recht nur bei vorinstallierten OEM-Lizenzen. Das ist nachvollziehbar – bei Software-Paketen und System-Downloads geht Microsoft davon aus, dass der Käufer eines solchen Pakets tatsächlich das will, was drin ist.
Hardware-Hersteller wie Fujitsu stehen Windows 8 offenbar skeptisch gegenüber und legen neben dem vorinstallierten Windows 8 gleich noch eine Windows-7-DVD bei. Auf vielen aktuellen Lenovo- und HP-Geräten ist umgekehrt ein Windows 7 vorinstalliert und Windows 8 liegt nur zusätzlich bei.
Liegt einem neuen PC kein Windows 7 bei, brauchen Sie nur irgendeine Windows-7-Setup-DVD oder ein ISO-Image. Damit installieren Sie Windows 7. Da der Produktschlüssel dieser DVD im Normalfall bereits durch eine frühere Installation verbraucht wurde, installieren Sie zunächst ohne Schlüssel als Testversion. Danach aktivieren Sie das System telefonisch: Dazu klicken Sie nach [Win Pause] auf „Windows jetzt aktivieren“ und wählen dort die Option „Automatisches Telefonsystem“. Aufgrund der gültigen Windows-8-Lizenz, die Sie nachweisen können, erhalten Sie vom Microsoft-Mitarbeiter einen Schlüssel, um Windows 7 zu aktivieren.
Verfügbarkeit von Windows 7 bis 2016: Offiziell steht das Verkaufsende von Windows 7 noch nicht fest („to be determined“). Gemäß Microsofts Lifecycle-Standards müsste der Verkaufsschluss von Windows 7 aber auf Ende 2014 fallen, nämlich zwei Jahre nach Erscheinen des Nachfolgers (Windows 8). Über das Downgrade-Recht kommen Sie allerdings noch mindestens bis 2017 an ein Windows 7. Das Recht auf die Vorversion gilt grundsätzlich für den kompletten Verkaufszeitraum eines Systems, und bis 2017 wird Windows 8 mindestens verkauft werden, da mit dem Erscheinen des Nachfolgers Windows Windows 9 frühestens Mitte 2015 zu rechnen ist (Stand 22.09.2014).