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Windows 8: Startbildschirm

Wie das Windows Phone zeigt der Startbildschirm die verfügbaren Programme als Kacheln an, wobei zwei verschiedene Größen wählbar sind. Alle auf dem PC installierten Programme erscheinen automatisch auf diesem Startbildschirm, so wie sie in früheren Windows-Versionen in das Startmenü einsortiert wurden. Erster wesentlicher Unterschied zu Icons, die Microsoft inzwischen als altmodisch erachtet, sind optionale aktive Inhalte in diesen Kacheln – etwa RSS-Feeds.

Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)
Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)

Die Umstellung auf die Metro-GUI bedeutet aber deutlich mehr, als Icons durch Kacheln mit aktiven Inhalt zu ersetzen:

  • Metro-Anwendungen laufen grundsätzlich im Vollbildmodus (abgesehen vom speziellen Arrangement-Feature Metro-Snap). Das seit Jahrzehnten Windows-typische Element der Titelleiste entfällt. Somit lassen sich Metro-Anwendungen weder minimieren, noch in der Größe ändern, noch schließen. Der Wechsel zwischen den Vollbild-Programmen erfolgt durch horizontale Wischbewegungen am Touchscreen, durch Ziehen der vom linken Bildrand zur Mitte oder durch die Tastenkombination [Win]-[Tab] am PC mit konventionellem Monitor.
  • Metro-Apps manuell zu beenden, ist eigentlich nicht vorgesehen und nicht notwendig: Windows 8 sorgt selbständig dafür, dass nicht mehr aktiv genutzte Metro-Apps ausgelagert werden und dann keinerlei CPU-Ressourcen und nur noch geringe Speicherressourcen beanspruchen. Dieser Programm-Zustand nennt sich (im Taskmanager) „Suspended“ und erfolgt bei Nicht-Benutzung einer Anwendung bereits nach wenigen Sekunden. Auf Druck der Beta-Tester hat Microsoft nun aber doch manuelles Beenden eingebaut: Nach Einblenden der aktiven Metro-Apps (Klick auf linke obere Bildschirmecke) kann man nach Rechtsklick die Option „Schließen“ wählen.
  • Die Metro-Oberfläche ist kein bloßes Windows-Design, sondern eine Plattform – Metro-Anwendungen müssen also erst mal entsprechend programmiert werden. Damit ist ein ganz großer Windows-Trumpf, der unüberbietbare Pool an System- und Anwendungs-Software erst Mal in Gefahr: Die Entwickler müssen von der Metro-GUI überzeugt werden (so wie dies etwa für den Firefox-Browser gelungen ist, siehe dazu das Mozilla Wiki). Da dies längst nicht flächendeckend gelingen wird, fährt Windows 8 erst Mal zweigleisig: Der Startdesktop mit der Metro-Oberfläche kann auch beliebige ältere Windows-Programme anzeigen (solche freilich nicht mit aktivem Inhalt) und per Klick oder Touch laden. Dabei wechselt Windows 8 automatisch von der Metro-GUI auf den konventionellen Windows-Desktop – dies sogar optisch garniert mit einem Einblendeffekt. Selbst auf ARM-basierten Smartphones und Tablets will Microsoft vorläufig zweigleisig fahren – Metro plus Desktop.
  • Die stets aktuellen Metro-Bilder (Wetter, RSS-Feed etc.) kosten aufgrund der Cloud-basierten Push-Technologie kaum Rechner-Ressourcen.
  • Das Umschalten von der Metro-Oberfläche zum klassischen Desktop mit Taskleiste und Icons ist in der Windows 8 Preview jederzeit und flüssig mit der Taste [Win] möglich. Eigentliche System-Shell, die beide Oberflächen parallel anbietet, ist nach wie vor der Windows-Explorer.
MetroApp schließen
Metro-Programme lassen sich nach Rechtsklick auf der Miniaturansicht beenden.
Metro-Apps und Taskmanagement unter Windows 8
Metro-Apps werden nach kurzer Inaktivität automatisch ausgelagert (suspended) und schließlich ganz beendet..

Windows 8 enthält ab Werk eine Reihe von Metro-Anwendungen, so etwa der Windows Reader für PDF-Dateien oder der mitgelieferte Remotedesktop. Zahlreiche weitere Metro-Apps sind im Windows Store verfügbar.

Windows 8 Preview mit dem Remotedesktop im Metro-Look
Windows 8 mit dem Remotedesktop im Metro-Look

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Fazit:

  • Der Metro-Startbildschirm ist optisch ansprechend, aber eindeutig für Tablets mit schmaler Software-Ausstattung ausgerichtet. Am konventionellen PC kann er alles andere als überzeugen. Das Scrollen mit dem Mausrad zum gesuchten Programm ist ebenso unproduktiv wie die Auswahl des gewünschten Programms im bunten Teppich der unstrukturierten Kacheln. Die Aussage von Microsoft, das bisherige Startmenü nehme zu viel Platz ein und sei unübersichtlich, wirkt angesichts der Metro-Kacheln im Vollbild einigermaßen absurd.
    Ähnliche Kritik hat Microsoft offenbar von vielen weiteren Testern einstecken müssen. Der wortreiche Blogeintrag vom 11.10.2011 lässt schließen, dass Metro zwar bleibt, aber nochmal von Grund auf überarbeitet wird.
  • Dass Metro-Apps grundsätzlich im Vollbild laufen, ist am Desktop eine generelle Produktivitätsbremse.
  • Das Hereinziehen gestarteter Metro-Apps vom linken Bildschirm, entweder per Hand oder am PC per Mauszeiger, funktioniert überzeugend, einfach und flott. Dabei besteht auch die Möglichkeit, ein Programm rechts oder links in Viertel-Bildschirmgröße anzudocken und den restlichen Bildschirm für ein anderes Programm zu nutzen – der moderne Fenstermodus sozusagen. Auch das ist gelungen (Metro-Snap).
    Allerdings verliert dieses modernere Multitasking am PC nach kurzem Aha-Erlebnis schnell seinen Reiz. Wer sich nicht vom optischen Erlebnis täuschen lässt, wird rasch wieder zum „alten“ Fenster-Management zurückkehren – dieses ist mit Maus und Tastatur einfach funktionaler und schneller.
  • Das Taskmanagement von Metro-Apps hat Esprit, eventuell auch Zukunft. Dass sich das System selbst intelligent um inaktive Programme kümmert, ist eine logische Antwort auf gut ausgestattete moderne Geräte und auf einfache Bedienbarkeit konditionierte Gerätebesitzer. Dabei hinterlässt Windows 8  den Eindruck, dass ihm dieses Taskmanagement recht Ressourcen-schonend gelingt. Aber die kleinen Metro-Apps der Preview-Version sind noch nicht aussagekräftig für den Windows-Alltag…

siehe auch: Defizite der Metro-Programme
Tipp: Tastatur-Kommandos im Metro-Startbildschirm
Tipp: Metro-Startbildschirm anpassen

Air Soccer für Windows 8
Air Soccer und weitere Beispiel-Apps für Metro lassen sich kostenlos aus dem Store herunterladen.