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Control.exe und interne Namen (Canonical Names)

Die Datei Control.exe ist das Dienstprogramm der Windows-Systemsteuerung.
Ohne Parameter aufgerufen („control“) startet es die Systemsteuerung. Über die Registry sind die einzelnen Applets der Systemsteuerung mit der Erweiterung CPL mit der Control.exe verknüpft: Daher lassen sich CPL-Dateien wie inetcpl.cpl, wscui.cpl, mmsys.cpl, appwiz.cpl, main.cpl auch einzeln starten.

Control.exe kann es aber noch diffenzierter: Jeder einzelne Systemsteuerungspunkt hat einen internen Namen und eine eigene GUID. Alle diese Einzeldialoge lassen sich mit

control.exe /name microsoft.[CanonicalName]

direkt starten – ein Beispiel:

control.exe /name microsoft.System
control.exe /name {BB06C0E4-D293-4f75-8A90-CB05B6477EEE}

Das Ergebnis ist bei beiden Kommandos dasselbe – es erscheint der Dialog mit den „Basisinformationen“ zum System.

Diese MSDN-Seite von Microsoft bietet eine vollständige Liste der Canonical Names und der zugehörigen hexadezimalen GUID-Nummer. Die Liste umfasst 60 Einträge und geht damit über die in der Systemsteuerung aktiv angebotenen Einstellungen hinaus.

Storage Pools (Festplattenverbund)

Mit Storage Pools will Microsoft über die seit Jahren unter Linux gebräuchliche Plattenvirtualisierung hinausgehen – sie sollen die Datensicherheit von RAID-Systemen mit einfacherer Bedienung und größerer Flexibilität verbinden. Das Feature nennt sich „Storage Pool“ und erscheint in der Windows-8-Systemsteuerung als „Speicherplätze“. Die weitere Menüführung ist in der aktuellen Consumer Preview noch englischsprachig.

„Speicherplätze“ kann

1. Festplatten von verschiedenen Schnittstellen (SATA, USB, SCSI, jedoch nicht mehr altes IDE oder PATA) zu einem „Storage Pool“ zusammenlegen. Dieser virtuelle Festplattenverbund lässt sich dann als ein zusammenhängender Plattenplatz (ein Laufwerk) im Explorer darstellen. Auf Wunsch kann RAID-ähnliche Redundanz eingestellt werden (siehe 2.).

2. auch eine einzelne Festplatte als „Storage Pool“ definieren und dann durch eine Art RAID-Partitionierung in zwei Hälften automatisch für Redundanz und Datensicherheit sorgen: Jede gespeicherte Datei erhält eine Kopie auf der anderen Hälfte des Datenträgers. Logisch, dass dabei – wie bei RAID 1 – nur noch die Hälfte der Datenträgerkapazität für den User nutzbar bleibt.

Storage Pools sind nicht abwärtskompatibel – ältere Windows-Versionen können den Inhalt nicht lesen und zeigen die Platten als unformatiert mit unbekanntem Dateisystem an. Alle Platten, die zu einem Space zusammengelegt werden, müssen dazu neu partitioniert werden.

Achtung: Der Aktion geht nur eine und eine eher dezente Warnung voraus. Nutzen Sie diese neue Funktion grundsätzlich nur mit leeren Datenträgern.

Speicherplätze
Der neue Systemsteuerungspunkt "Speicherplätze" erstellt einen virtuellen Datenpool, der Plattenplatz von einer, zwei oder mehreren physikalische Festplatten enthalten kann.

Nach diesen Klicks erscheint der unten abgebildete Dialog. Hier können Sie den neuen Pool mit Laufwerkskennung, Datenträgerbezeichnung und den gewünschten Redundanz-Einstellungen einrichten. Neben dem abgebildeten Systemsteuerungs-Applet ist auch die Windows Powershell mit den Cmdlets „Get-StoragePool“ und „Set-StoragePool“ zur Kontrolle und Konfiguration von Festplattenpools geeignet.

StoragePool unter Windows 8
Einstellungen für den neu zu erstellenden Storage Pool unter Windows 8

Logon mit Bildmarkierung

Windows 8 vereinfacht die Benutzeranmeldung. Neben dem gewohnten Logon mit Kennwort kann optional auch ein Bild gewählt werden, auf dem der User drei vorher definierte Mausbewegungen (PC) oder Fingergesten (Touchscreen) ausführen muss, um sich auszuweisen. Die Vorgabe von drei Gesten scheint auf den ersten Blick wenig, ist aber sicherer als komplexe Passwörter, sofern der User nicht die zentralsten Bildelemente wählt und diese Elemente nicht nur berührt, sondern etwa Linien zieht. Natürlich spielt auch das Bild selbst eine Rolle – je mehr gut differenzierte Einzelobjekte es anbietet, desto sicherer wird die Bildanmeldung.

Die Vorgehensweise:
Im Metro-Control Panel auf „Users“ klicken, weiter auf „Create a picture password“.

Windows-8-Logon mit Bild

Dann mit „Choose picture“ ein Bild Ihrer Wahl auf der  Festplatte suchen und die Auswahl mit „Use this picture“ bestätigen. Danach machen Sie mit Maus oder Finger auf dem Bild Ihre drei Klicks, Kreise oder Linien und bestätigen diese Eingabe ein zweites Mal. Fertig.

Windows-8-Logon mit Bild

Künftig zeigt Windows 8 beim Logon das Bild. Die Anmeldung mit Maus oder Finger ist deutlich komfortabler als die Kennworteingabe. Diese bleibt aber als zweite Option jederzeit weiter erreichbar, falls Sie sich nicht mehr an die Mausgesten, wohl aber an das User-Passwort erinnern.

Alle Tasks der Systemsteuerung (‚God-Mode‘)

Unter Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 lässt sich die Kategorisierung der Systemsteuerung auflösen. Dazu reicht es im Prinzip schon, im Suchfeld rechts oben einen beliebigen einzelnen Buchstaben einzugeben. Danach listet die Systemsteuerung sofort alle Einzel-Tasks auf, deren Name diesen Buchstaben enthält – nach einem häufigen Buchstaben wie „e“ folglich so gut wie alle…
Datenbasis dieser Suche sind „All Tasks“, die in der Registry mit der ClassID HKEY_CLASSES_ROOT\CLSID\{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C} eingetragen sind. Um also die Systemsteuerung sofort mit allen vorhandenen Einträgen zu starten, genügt in der Explorer-Adresszeile der Shell-Befehl:

shell:::{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

Dasselbe leistet ein Ordner mit beliebigem Namen und der Extension .{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}, also etwa „Alles.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}“.
Dieser Aufruf ist als ‚God-Mode‘ bekannt geworden. Unter Windows 8 liefert diese Komplettliste 267 Einzelfunktionen.

Systemsteuerung mit allen Einzeltasks
Systemsteuerung mit allen Einzeltasks (God-Mode)