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Tipps zu Windows RT

Windows RT – früher Windows on ARM – ist das Windows für ARM-Architektur.
Entscheidender Nachteil gegenüber dem großen Windows 8: Es kann nur Apps für die Windows-Runtime-API ausführen, klassische x86/x64-Windows-Programme sind nicht kompatibel.

Windows-RT-Tablets sind ideale Geräte zum Lesen, Surfen, Twittern, Skypen, Shoppen, Multimediakonsum, einfache Spiele. Als Produktivgerät taugen sie nicht. Immerhin lässt sich Windows RT an vielen Ecken tunen, und an einigen ist es dringend nötig. Crux ist vor allem eine unfertige Modern UI, die den Benutzer zur Old UI schickt. Die folgenden Tipps basieren auf der Erfahrung mit einem Asus Vivo Tab mit Windows RT.

Limits von RT-Tablets
Ein Tablet mit Windows RT ist aus mehreren Gründen kein Notebook-Ersatz: Das Display ist zu klein und die Bedienung selbst mit Tastatur und externer Maus nicht mit der auf Notebooks oder gar Desktop-PCs vergleichbar. RAM-Speicher und Festplatte setzen klare Grenzen für Software, Multitasking und Datenvolumen. Außerdem unterstützt Windows RT abgesehen vom vorinstallierten Office 2013 und dem Microsoft-Browser kaum produktive Büro-, Bildbearbeitungs- oder DTP-Software.
Wer klassische Windows-Software auf einem Tablet benötigt, muss zu einem Gerät wie Microsoft Surface Pro mit vollwertigem Windows 8 greifen. Dort gelten dann freilich dieselben Einschränkungen beim Display und der Bedienung.

Teure Tastatur braucht nicht jeder
Die Tastatur kostet bei Tablets wie dem Microsoft Surface oder dem Asus Vivo Tab zusätzliche 100 bis 130 Euro. Dafür gibt es eine optisch und technisch genau angepasste Tastatur mit speziellem Anschluss an das Tablet. Je nach Anspruch an das Tablet kann man sich diese Investition aber sparen: Jede beliebige USB-Tastatur aus dem Keller tut es für gelegentliche Arbeiten und zum Konfigurieren des Windows-Tablets auch.

Konfiguration mit externer Tastatur
Für die Erstkonfiguration werden Sie persönliche Ordner erstellen, Verknüpfungen anlegen und in der Systemsteuerung sowie den PC-Einstellungen diverse Anpassungen vornehmen wollen. Für das Einrichten des Geräts empfiehlt sich aus mehreren Gründen eine externe Tastatur.
1. Die Bildschirmtastatur fordert die Hälfte des Displays und behindert dadurch die Übersicht.
2. Die Bildschirmtastatur erscheint nur auf der Modern UI automatisch, sobald man ein Eingabefeld bearbeitet. Auf dem Desktop müssen Sie diese immer explizit starten.
3. Die Bildschirmtastatur ist zum Schreiben ganz komfortabel, aber umständlich für Aktionen wie Kopieren und Einfügen. Für Sonderzeichen wie Backslash oder Doppelpunkt, wie sie beim Einstellen von Pfadangaben ständig anfallen, müssen Sie außerdem ständig den Eingabemodus mit „&123“ wechseln.

Bildschirmtastatur immer griffbereit
Wer keine externe Tastatur angeschlossen, braucht die Bildschirmtastatur stets griffbereit. In der Modern UI erscheint sie automatisch, und am Desktop gibt es für die Taskleiste eine spezielle Symbolleiste:
Aktivieren Sie durch Drücken auf die Taskleiste das Kontextmenü, und wählen Sie dort „Symbolleisten –> Bildschirmtastatur“. Über das kleine Icon starten Sie dann jederzeit die Tastatur.
Windows RT und 8 haben neben dieser neuen Tabtip.exe auch noch das alte Windows-Zubehör Osk.exe (On Screen Keyboard) an Bord. Das ist in vielen Fällen die bessere Alternative, weil es Windows-Tasten, Funktionstasten und Spezialtasten wie „Druck“ oder „Esc“ mitbringt.

Externe USB-Speicher nutzen
Für USB-Sticks und externe USB-Festplatten bietet Windows RT volle Unterstützung inklusive Stromversorgung. Das heißt, dass – wie von Windows gewöhnt – NTFS-, FAT32- und exFAT-formatierte Datenträger erkannt und genutzt werden können. Der USB-Anschluss sorgt außerdem für ausreichende Stromversorgung – eine Tatsache, die bei Apple- und Android-Tablets nicht selbstverständlich ist. Damit sparen Sie sich die Mitnahme eines lästigen USB-Hubs mit eigener Stromversorgung. Allerdings verringern angeschlossene USB-Geräten die Akkulaufzeit deutlich.

Automatisches Bildschirmdrehen verhindern
Wie auf Smartphones oder iPads kann das automatische Drehen des Displays um 90 oder 180 Grad auch auf Windows-8- und Windows-RT-Tablets nerven. Eine Abschaltoption ist auf Windows RT zwar vorhanden, aber alles andere als offensichtlich:
Schieben Sie die Charms-Leiste aus dem rechten Display-Rand, und wählen Sie „Einstellungen“. Wenn Sie auf „Bildschirm“ klicken, sehen Sie oberhalb der Helligkeitsskala ein kleines Bildschirmsymbol mit einem gebogenen Pfeil. Der soll das automatische Bildschirmdrehen symbolisieren. Mit einem Fingertipp auf dieses Symbol ist der Automatismus deaktiviert.

Adaptive Helligkeit abschalten
Auch dieser Automatismus kann nerven: Windows-RT-Tablets passen die Helligkeit des Displays an die äußeren Lichtverhältnisse an. Das soll den Stromverbrauch verringern und dem Benutzer immer ein gut lesbares Display bieten. Das klappt bei Tageslicht ganz gut, bei Nacht und künstlichem Licht eher nicht.
Wenn Sie mit der wechselnden Display-Helligkeit nicht zufrieden sind, sollten Sie die Funktion abschalten: Dazu öffnen Sie über die Charms-Leiste „Einstellungen –> PC-Einstellungen ändern –> Allgemein“. Hier finden Sie etwas weiter unten die Option „Bildschirmhelligkeit automatisch anpassen“, die Sie auf „Aus“ setzen.

Lautsprecherklang optimieren
Von winzigen Tablet-Lautsprechern darf man nicht das ganz große Klangvolumen erwarten. Trotzdem kommt mit etwas Nachhilfe mehr Druck auf die Ohren:
1. In der klassischen Systemsteuerung unter „Sound“ klicken Sie auf der Registerkarte „Wiedergabe“ auf „Lautsprecher“. Unter „Eigenschaften“ finden Sie auf der weiteren Registerkarte „Erweiterungen“ die Optionen der „Bassverstärkung“ und des „Lautstärkeausgleichs“.
2. Noch deutlich mehr erreichen Sie mit einem Player, der einen Equalizer anbietet. Die Musik-App hat nichts dergleichen und der klassische Windows Media Player wurde nicht nach Windows RT kompiliert. Auf der Suche im Windows Store nach einem Player mit Equalizer wird man aber inzwischen fündig: Der MediaMonkey von Ventis Media hat alles, was Sie von einem Musik- und Videoplayer erwarten – unter anderem auch einen Equalizer zur Bass- und Höhenverstärkung. Der Player ist kostenlos, hat aber eine abgeschaltete, kostenpflichtige Sync-Funktion.

Equalizer

Den Desktop bedienbar machen
So angenehm die Bedienung der Kacheloberfläche sein mag, umso mühsamer ist der Gang zum Desktop auf Windows-Tablets. Die winzigen Schaltflächen sind ohne präzise Maus kaum zu treffen. Das Ändern der nativen Auflösung von 1366 x 768 ist nicht zu empfehlen, aber eine ganze Reihe kleinerer Maßnahmen verbessert die Navigation wesentlich:
1. Unter „Systemsteuerung –> Anzeige –> Die Größe aller Elemente ändern“ können Sie Menüeinträge und Schriften durch Anheben des DPI-Werts vergrößern (Dots per inch). Der auf Tablets mögliche Maximalwert von „125%“ ist aber fast schon überdimensioniert für das kleine Display. Probieren Sie einen Zwischenwert wie 115 Prozent.
2. Erstaunlich hilfreich sind die kleinen Anpassungen im selben Dialog unter „Nur die Textgröße ändern“. Besonders „Menüs“, „Titelleisten“ und „Palettentitel“ verdienen größere Schriftgrößen als voreingestellt.
3. Im Windows-Explorer verbieten sich viele PC-Gewohnheiten: Der Navigationsbereich und die Ansichtsoptionen „Details“ und „Liste“ sind praktisch unbenutzbar. Als fingerfreundlich und dabei übersichtlich erweist sich die Ansicht „Inhalt“ – insbesondere nach den Schritten 1 und 2. Am besten setzen Sie diese Ansicht zum Standard via „Ansicht –> Optionen –> Ansicht –> Für Ordner übernehmen“.
4. Denken Sie daran, dass auch am Desktop einige Programme das-Zoomen mit zwei Finger beherrschen: Die Office-13-Komponten können das stufenlos, der Explorer reagiert immerhin mit dem Wechsel der Ansichtsoption.
5. Versetzen Sie die Taskleiste am besten an den rechten Rand (via „Eigenschaften –> Position der Taskleiste“) und verwenden Sie sie nur für absolut notwendige Desktop-Programme. Auch der Desktop-Hintergrund ist auf dem kleinen Display kein geeigneter Startplatz: Es ist unter Windows RT ungleich einfacher und bedienungsfreundlicher, den Startbildschirm als Startrampe auszubauen.

Datei-Manager für die Modern UI
Mit den Desktop-Tipps oben wird der Explorer bedienbar – mit diversen Vorteilen, die er gegenüber anderen Datei-Managern bietet. Trotzdem lohnt sich die Umschau im Windows Store nach Alternativen auf der Kacheloberfläche. Aktuell sind folgende Dateimanager zu empfehlen:
My Explorer“ von Guillermo Rueda arbeitet überwiegend mit Favoriten, die sich der Benutzer selbst einrichtet. Was fehlt, ist ein eingebauter Skydrive-Zugriff.
Files & Folder“ von Boo Studio ist mittlerweile nicht mehr kostenlos (4,99 Euro): Der attraktive Manager bietet eine gute Vorschau, Skydrive-Zugriff, ist aber etwas langsam.
Metro Commander“ stammt ebenfalls von Boo Studio, ist kostenlos, lässt sich aber einzelne Features häppchenweise bezahlen (1,69 Euro pro Stück). Ein paar Euro ist der zweispaltig organisierte Manager mit Drag & Drop, Skydrive-Zugriff und Favoritenleiste aber allemal wert.

Desktop-Kosmetik für Bastler
Windows 8 und RT haben zwei Oberflächen. Deren Bedienkonzept können Sie nicht vereinheitlichen, aber deren Optik:
Verkleinern Sie am Startbildschirm die Gruppen mit zwei Fingern oder Klick auf das kleine Minus ganz unten rechts. Dann fotografieren Sie den Bildschirm mit der Taste [Druck].
Fügen Sie das Bild über „Einfügen“ oder [Strg-V] in eine beliebige Bildbearbeitung wie etwa Windows Paint ein. Danach kopieren Sie nach Wunsch den farbigen Hintergrund über die verkleinerten Gruppen, um diese zu überdecken.
Das Resultat speichern Sie im JPG-Format und verwenden es via „Systemsteuerung –> Anpassung“ als Desktophintergrund.

Der Internet Explorer
Unter Windows RT gibt es momentan nur einen Browser –den Internet Explorer. Damit kann man zwar flott surfen, aber die Favoriten-Verwaltung der RT-Variante ist untauglich und die Desktop-Variante hat die bekannten Bedienprobleme. Ein praktikabler Lösungsvorschlag:
1. Exportieren Sie die Lesezeichen Ihres Lieblingsbrowser – in Chrome etwa über Rechtsklick auf ein Lesezeichen und dann „Lesezeichen-Manager –> Organisieren –> Lesezeichen…exportieren“, in Firefox über [Strg Umschalt B] –> Importieren und Sichern –> Lesezeichen…exportieren“.
2. Sie kopieren die HTML-Datei auf das Tablet und öffnen es mit Doppelklick im Internet Explorer. Danach tippen Sie recht unten auf das Stecknagel-Symbol und wählen „An Start anheften“.
3. Starten Sie den Browser künftig über die neue Kachel im Startbildschirm und damit mit Ihrer Bookmark-Datei.
Wenn Sie eine eigene Web-Seite haben, können Sie die Bookmark-Datei dort lagern.

Plattenplatz und Recovery-Partition
Die Festplattenkapazität auf RT-Tablets reicht typischerweise von 32 GB bis 128 GB. Da 16 GB allein Windows RT fordert und weitere 4 GB eine Recovery-Partition wegnimmt, sind die kleineren Platten schnell voll.
Die Idee, wenigstens die 4 GB der Recovery-Partition zurückzugewinnen, indem man sie auf einen USB-Stick verlagert, ist theoretisch möglich, aber für den geringen Ertrag viel zu aufwändig: Diese Partition muss erst mit Diskpart und „SetID“ und „Assign“ zugänglich gemacht werden. Danach kann über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung –> Wiederherstellungslaufwerk erstellen“ ein bootfähiges USB-Medium mit Notfallsystem erstellt und dieses dann mit den Daten der Recovery-Partition aufgefüllt werden. Viel Aufwand für vier GB: Eine Micro-SD dieser Größe kostet fünf Euro – und der USB-Stick wäre auch nicht umsonst.

Windows RT als „Server“
Ein RT-Tablet hat keine Einschränkungen beim Zugriff auf Netzwerkfreigaben. Alle Windows- oder Samba-Freigaben stehen zur Verfügung. Die Verwendung der neueren Heimnetzgruppe ist ebenfalls vorgesehen, aber es funktioniert auch der Zugriff auf Kontenebene.
Andererseits darf das Tablet keine Daten im Netz freigeben. Dazu heißt es in den PC-Einstellungen unter „Heimnetzgruppe“ nur knapp, „mit dieser Windows-Edition können keine Inhalte mit der Heimnetzgruppe geteilt werden“, und nur der Zugriff auf andere PCs sei möglich.
Ein Blick mit der Dienste-Konsole „Services.msc“ in die laufenden Dienste zeigt, dass der maßgebliche „Server“-Dienst vorhanden und nur deaktiviert ist. Wenn Sie diesen doppelt anklicken, neben „Starttyp“ „Automatisch“ einstellen und dies „Übernehmen“, dann können Sie den „Server“ sofort „Starten“. Und danach verwenden Sie am einfachsten die Konsole „fsmgmt.msc“ („Freigegebene Ordner“). Unter „Freigaben“ und „Neue Freigabe“ geben Sie, wie von jedem Windows gewohnt, Ordner oder Laufwerke im Netz frei.

Windows RT_als_Server

RT-Tablets mit einem externen System booten
Natürlich lässt sich ein Windows-RT-Gerät auch mit einem externen System via USB booten. Vorgesehener Standardfall ist das Windows PE, das sich über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung“ auf einem USB-Stick einrichten lässt. Ein purer Spaß ist das Ganze allerdings nicht: Über die „PC-Einstellungen –> Allgemein –> Erweiterter Start (ganz unten)“ und „Jetzt neu starten“ erscheint als eine Option „Ein Gerät verwenden“ und dort „Universal USB Class Boot“. Danach wird es lästig: Die Systemplatte ist Bitlocker-verschlüsselt und muss erst mal aufgesperrt werden. Dazu braucht es einen zweiten Rechner, über den man via Microsoft-Konto den Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel ermitteln kann. Der Vorgang wird durch relativ klare Anweisungen erleichtert, erfordert aber viel Eingabegeduld. Immerhin hat allein der Recovery-Key 48 Stellen, die man eintippen muss. Der Ablauf garantiert hohe Sicherheit für die Tablet-Daten, aber eine halbe Stunde lästige Arbeit.

 

Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel

Ein paar unentbehrliche Produktiv-Apps aus dem Windows-Store:

Notepad Classic statt einem klassischen Notepad am Desktop ist die pure Erholung…

MFTP ist als FTP-Client unentbehrlich, aber weder hübsch noch besonders komfortabel. Da ist noch detulich Luft nach oben…

Unpacker ist wichtig, weil er im Unterschied zu manchen anderen kostenlosen Apps auch verschlüsselte RAR-Archive entpackt. Optik und Bedienung könnten noch zulegen…

Toolbox zeigt mit zwei bis sechs Fenstern, was die Modern UI alles kann, ist aber derzeit nicht flexibel und funktional genug. Ich sehe keine Möglichkeit, eigene Apps einzubinden. Das Wenige, was geht, gibt die App selbst vor…

Netzwerk-Tools für LAN und Web

Arp.exe – LAN-Tool für das Address Resolution Protocol
ARP ist das Vermittlungsprotokoll zwischen IP-Adressen und physikalischen MAC-Adressen. Das Address Resolution Protocol speichert IPs und zugehörige MAC-Adresse in einer Vermittlungstabelle. „Arp -a“ zeigt die derzeitige Tabelle an, „arp -s [IP-Adresse] [MAC-Adresse]“ kann einen statischen Eintrag erzwingen. Dies wird bisweilen von Sicherheitsexperten empfohlen. Im Heimnetz gibt es keinen Grund einzugreifen und Arp.exe überhaupt zu benutzen. Eine statische Zuordnung von IP- und MAC-Adressen kann auch nur dort funktionieren, wo statische IP-Adressen vergeben sind.
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FTP.exe – Web-Tool für FTP-Server
FTP ist für den interaktiven Zugriff auf FTP-Server heutzutage überflüssig, da es weit komfortablere Möglichkeiten gibt (Filezilla, Total Commander, Wget, Windows-Explorer). Microsoft schleppt das alte Tool dennoch mit bis in neueste Windows-Versionen (Windows 8), weil es nach wie vor unzählige Batch-Dateien gibt, die auf der Script-Fähigkeit von FTP.exe basieren:

ftp -s:%temp%\ftp.txt

startet FTP.exe und lädt mit dem Schalter „-s:“ die erforderlichen Befehle (etwa „open“, Username, Kennwort, „put“, „get“, „cd“…) aus einer Textdatei (in unserem Beispiel „ftp.txt“).
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Getmac.exe – Info-Tool für LAN-Konfiguration
Das kleine Programm liefert schnell die eindeutige(n) physikalische(n)  MAC-Adresse(n) des oder der im PC vorhandenen LAN-Adapter – am besten mit „getmac -v“, das auch Adapternamen anzeigt. MAC-Adressen werden manchmal als Sicherheitsmaßnahme für die MAC-Filterung im Router genutzt. Getmac ist aber weitestgehend entbehrlich, weil etwa Ipconfig die MAC-Adresse ebenfalls ermittelt.

Getmac zeigt die physikalische MAC-Adresse der oder des Netzadapter(s)
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Ipconfig.exe – Info-Tool für LAN-Konfiguration
„ipconfig /all“ ist eines der beliebtesten Info-Kommandos für Administratoren. Es liefert für alle LAN-Adapter die IP-Adresse des Geräts, die IP-Adresse des Gateways, die MAC-Adresse, den Adapternamen, die DHCP-Konfiguration. Ipconfig kann ferner – bei IP-Konflikten – die IP-Adresse trennen oder eine neue IP-Adresse (vom DHCP-Server) anfordern

ipconfig /release
ipconfig /renew

oder den lokalen Cache für die Domain-Namen (DNS-Cache) anzeigen oder löschen:

ipconfig /displaydns
ipconfig /flushdns

Letzteres ist etwa sinnvoll, wenn für eine Internet-Site eine Domain-Umleitung eingerichtet wurde.
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Net.exe – Tool für LAN-Einstellungen und Benutzerverwaltung
Net ist mit zahlreichen Haupt-und Unterschaltern ein wichtiges Tool mit einem breiten Funktionsumfang. Trotz des Programmnamens sind echte Netzwerk-Befehle nur eine Untermenge von Net.exe, mehr als die Hälfte des Befehlsumfangs zielt auf die User-Verwaltung des lokalen Rechners. So weist etwa folgender Befehl dem Standardkonto „Administrator“ ein neues Kennwort zu:

net user administrator secreT-123

Weitere Hauptbefehle neben „net user…“, die zur User-Verwaltung dienen, lauten „net accounts…“, „net group…“ und „net localgroup…“.

Die wichtigsten der eigentlichen Netzwerk-Befehle lauten:
„net config server | workstation…“ (Parameter für Server- und Workstation-Rolle)
„net share…“ (Ordnerfreigaben per Kommandozeile)
„net statistics server | workstation“ (Sende/Empfangs-Analyse)
„net use…“ (Netzlaufwerk verbinden)
„net view…“ (Anzeige der Netzwerkserver)
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Netsh.exe – Netzwerk-Konfigurations-Shell
Netsh ist ein umfangreiches Analyse- und Konfigurationswerkzeug für alle Netzwerkprotokolle, IP-, Firewall- und Remote-Einstellungen. Eignet sich zur Script-gesteuerten Konfiguration von Arbeitsrechnern in einem größeren Netzwerk (Admin-Tool).
Es folgen einige einfachere Beispiele, die auch normalen Windows-Anwendern weiterhelfen können:

TCP/IP-Konfiguration anzeigen (ähnlich wie Ipconfig /all):
netsh interface ip show config

TCP/IP-Konfiguration in Datei speichern:
netsh.exe interface ip dump >dump.txt

Gespeicherte TCP/IP-Konfiguration aus Datei in das System importieren:
netsh -f dump.txt

Windows-Firewall komplett zurücksetzen (nur nach irreparabler Firewall-Verkonfiguration):
netsh firewall reset

Netzwerkadapter deaktivieren und wieder aktivieren:
netsh interface set interface "LAN-Verbindung" disabled
netsh interface set interface "LAN-Verbindung" enabled

TCP/IP-Konfiguration komplett zurücksetzen (nur in verzweifelten Notfällen!):
netsh interface ip reset [logfile]
Der Befehl schreibt die Registry-Schlüssel
Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\
Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\Services\DHCP\Parameters\
neu. Sie müssen am Ende der Kommandozeile ein Logfile angeben, in welches Netsh Ihre aktuelle Konfiguration speichert.

Alle bislang genutzten WLAN-Netze protokollieren und als XML-Datei ausgeben:
netsh wlan export profile
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Netstat.exe – Web- und LAN-Verbindungsanalyse
Netstat analysiert abhängig von den angegebenen Parametern summarisch oder detailliert alle Netzwerkverbindungen. Wer den Verdacht hat, dass der Rechner unerwünschte Internetverbindungen herstellt, kommt an diesem nützlichen Analyse-Werkzeug nicht vorbei. Die auch für unerfahrene User empfehlenswerte Schalterkombination (beide Varianten gehen)

netstat -b -v
netstat -bv

zeigt zu den aktiven Verbindungen auch den Prozessnamen, also etwa den Browser-Namen. Die meines Erachtens informativste Ausgabe leistet folgende Schalterkombination:

netstat -abo

Netzwerkadministratoren verwenden Netstat für Dauerprotokolle: Eine Intervallangabe nach der gewünschten Parameterkombination wiederholt das Protokoll im abgegebenen Sekundenintervall:

netstat -f 40

Die Anzeige der Verbindungen wiederholt sich alle 40 Sekunden.
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Nslookup.exe – Web-Server- und DNS-Analyse
Das aus der Unix-Welt nach Windows übernommene Kommandozeilen-Tool liefert die umfangreichsten Informationen über Web-Sites: Name Server, Mailserver, Hosting und mehr. Das Programm zeigt seine Fähigkeiten erst im interaktiven Modus, nach Aufruf von „nslookup“ und nachfolgender Anfrage „help“ oder „?“.
Im interaktiven Modus erscheinen nach (Beispiel)

set type=all
microsoft.com

alle Infos zur angegebenen Site.

NSLookup liefert ausführliche Infos zur angegebenen Web-Site

Die Abfrage lässt sich durch „type=“ einschränken („type=mx“ auf Mail-Server, „type=ns“ auf die Domain Name Servers, „type=a“ auf IP-Adressen.
Nslookup ist unzugänglich und schlecht kommentiert, aber zuverlässiger als manche Alternativen (etwa Nirsoft’s DNSDataView).
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Openfiles.exe – LAN-Tool für Netzfreigaben
Das Kommandozeilen-Tool ist für Normalanwender entbehrlich, weil die Konsole für Netzfreigaben (Fsmgmt.msc) dieselben Funktionen bequemer anbietet. Auf der Kommandozeile leistet „net file“ ähnliches.
Openfiles zeigt nach „openfiles /query“ die aktuell geöffneten Dateien auf den Netzwerkfreigaben des lokalen Rechners. Das Tool kann dies auch auf anderen Netzwerkrechnern analysieren, sofern dort Administratorrechte bestehen.
Nach
openfiles /local on
kann das Programm auch die Dateien anzeigen, die am PC vom System und vom lokalen User geöffnet sind (also ohne Netzwerkzugriff).
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Pathping.exe – Web-Tool zur Routenverfolgung
Pathping entspricht weitgehend Tracert und liefert alle Vermittlungsseiten mit Name und IP bis zur angegebenen Ziel-Site – etwa:

pathping wikipedia.de

Pathping analysiert etwas genauer als Tracert, sofern es verlorene Pakete auf dem Vermittlungsweg anzeigt. Die Pathping-Analyse kann helfen, Leistungseinbrüche oder Zugriffsprobleme bei einer bestimmten Web-Seite zu erklären. Sie kann theoretisch auch Betrugsversuche entlarven.
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Ping.exe – Web- und LAN-Tool zur Erreichbarkeitskontrolle
Ping mit nachfolgender Angabe eines Geräts im internen LAN oder einer Web-Site im externen WAN zeigt umgehend, ob Rechner oder Site online und verfügbar ist. Ping ist ferner nützlich, um aus dem Rechnernamen im LAN oder aus dem Domain-Namen im Web die zugehörige IP zu ermitteln:

ping google.de
ping -4 notebook

Umgekehrt auch mit Schalter „/a“, um aus einer bekannten IP den Namen zu ermitteln (reverse DNS):

ping -a 192.168.1.1

Bei Zugriffsproblemen im LAN hilft es oft, statt des Server-Namens die so ermittelte IP zu verwenden.
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Route.exe –
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Telnet – Remotesteuerung auf Kommandozeile
Telnet entspricht dem Remotedesktop – ohne Desktop. Zur erfolgreichen Verwendung ist auf Benutzer-Seite der Telnet-Client notwendig. Auf neueren Windows-Systemen wird dieser nicht mehr standardmäßig installiert, das kann aber über die Windows-Systemsteuerung (Programme und Funktionen, Windows-Funktionen) nachgeholt werden. Auf dem Remote-Gerät muss der Telnet-Server laufen.
Telnet sieht keinerlei Verschlüsselung vor und ist weitgehend antiquiert, weil PC-Systeme grafische Lösungen anbieten, Router- oder NAS-Geräte heute bequem über eine Konfigurationsseite im Web-Browser bedient werden.
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Tracert.exe – Web-Tool zur Routenverfolgung
Tracert entspricht weitgehend dem Tool Pathping. Es liefert mit Angabe der gewünschten Internetadresse alle Vermittlungsseiten mit Name und IP (oder nur die IP mit „tracert -d…“) bis zur angegebenen Ziel-Site – etwa:

tracert wikipedia.de

Diese Analyse kann helfen, Leistungseinbrüche oder Zugriffsprobleme bei einer bestimmten Web-Seite zu erklären. Sie kann theoretisch auch Betrugsversuche entlarven.