Schlagwort-Archive: Explorer

Shell-Erweiterung 7z-Encryption

Klar hat jeder Vernunftbegabte das Unbehagen im Hinterkopf, wenn er unverschlüsselte Dateien in die Cloud stellt, die höchst private oder gar sensible Informationen enthalten. Aber wie es so oft läuft: Es ist im Moment einfach zu lästig und zeitaufwändig, extra ein Verschlüsselungs-Tool anzuwerfen…

So ging’s mir oft genug. Jetzt habe ich mal ein paar Stunden geopfert und eine technisch simple, trotzdem komfortable und einfache Lösung gebastelt. Sie basiert auf dem Open-Source-Packer 7-Zip, der eine sichere Verschlüsselung bietet, sofern das Kennwort ausreichend lang und komplex ist. Das Ergebnis liegt hier:
Für Windows: 7zEnc-Windows
Für Ubuntu: 7zEnc-Ubuntu
Für Linux Mint: 7zEnc-Mint

Zum Einsatz unter Windows:

  • Zip-Archiv entpacken
  • Den Ordner 7zEnc an einen beliebigen Ort verschieben, wo er dann dauerhaft bleibt
  • Die Datei 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd starten (mit der Option „Als Administrator ausführen“)
  • Die Datei 7zEnc.cmd öffnen und das von mir voreingestellte Standardpasswort „linuX*Welt_2Ol5-05/HA“ zweimal ändern (also an beiden Stellen). Es darf auch länger werden. Das Längenlimit des 7-Zip-Kennworts ist mir nicht bekannt und war nicht zu recherchieren. Mein eigenes Kennwort hat derzeit 32 Zeichen. Länge und Komplexität sind deshalb kein Problem, weil Sie das Kennwort nicht manuell eingeben müssen.
  • Im Explorer steht nun nach Rechtsklick auf Ordner und Dateien das zusätzliche Kontextmenü „7z-Encryption“ bereit. Verschlüsselte Dateien erhalten die künstliche Extension 7zEnc. Daran erkennt die Shell-Erweiterung, wenn es Daten auspacken soll.

Sie haben 7-Zip sowieso an Bord?
Auch dann können Sie den oben beschriebenen Weg gehen. Nötig ist das aber nicht:
Es genügt, die beiden Batchdateien 7zEnc.cmd und 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd in das Programmverzeichnis von 7-Zip zu kopieren. Dort laden Sie dann die Batchdatei 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd und setzen das eigene Kennwort in die 7zEnc.cmd ein…

Das kleine Tool ist unter Windows 7 und 8 explizit getestet und dort seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Es gibt aber keinen plausiblen Grund, warum es unter XP und Vista nicht laufen sollte.

Zum Einsatz unter Ubuntu:
Installieren Sie zunächst, sofern noch nicht geschehen, den 7Zip-Packer sowie das Tool Nautilus-Actions. Bei letzterem handelt es sich um ein Konfigurationswerkzeug für den Ubuntu-Dateimanager Nautilus:
sudo apt-get install p7zip-full
sudo apt-get install nautilus-actions
Starten Sie dann das Nautilus-Actions Configuration Tool über das Dash (Super- oder Windows-Taste). Es findet sich dort als „Einstellungen für Nautilus-Aktionen“. Über „Werkzeuge -> Importassistent“ lesen Sie dann die beiden Dateien mit der Endung .desktop, die Sie über den oben genannten Download erhalten. Klicken Sie dann auf den „Speichern“-Button in der Werkzeugliste oben links.
Der Dateimanager Nautilus zeigt nun nach Rechtsklick auf ein Dateiobjekt (Datei oder Verzeichnis) den neuen Eintrag „7z-Verschlüsseln“. Damit wird das Objekt automatisch im aktuellen Ordner mit dem Standardpasswort verschlüsselt, eingepackt und mit der Endung „.7zEnc“ versehen. Umgekehrt erkennt Nautilus gepackte Archive an der künstlichen Extension „7zEnc“ und entpackt sie mit dem Kontextmenü „7z-Entschlüsseln“ im aktuellen Verzeichnis. Ob die beiden neuen Kontexteinträge unter Nautilus separat auftauchen, können Sie in Nautilus-Actions über das Menü „Bearbeiten -> Einstellungen -> Laufzeiteinstellungen -> Nautilus-Menüanordnung“ steuern..
Wie unter Windows müssen Sie das voreingestellte Passwort durch ein persönliches ersetzen. Gehen Sie dazu in Nautilus-Actions auf die Registerkarte „Befehl“ und schreiben Sie nach „-p“ Ihr Wunschkennwort. Es muss wie das vorgegebene in einfachen Anführungszeichen stehen und für beide Einträge genau identisch sein.

Zum Einsatz unter Linux Mint:
Falls noch nicht geschehen, installieren Sie wie unter Ubuntu beschrieben den 7z-Packer nach. Der Standard-Dateimanager Nemo unter Mint braucht dann keine weitere externe Hilfe. Es genügt, unter /home/[user]/.local/share/nemo/actions einige Scripts zu hinterlegen. Falls dieser Ordner noch nicht existiert, legen Sie ihn einfach manuell an. Für die zusätzlichen benutzerdefinierten Kontextmenüs benötigen Sie jeweils eine Datei mit der Endung .nemo_action und für unseren Fall noch zwei winzige Shell-Scripts. Alle vier Dateien erhalten Sie über den oben genannten Download. Kopieren Sie diese einfach nach ~/.local/share/nemo/actions. Damit ist die bequeme Verschlüsselung sofort einsatzbereit.
Unter Mint gilt wie schon für Windows und Ubuntu angesprochen: Sie müssen unser vorgegebenes Passwort durch ein persönliches ersetzen. In diesem Fall geschieht dies in den beiden Shell-Scripts 7z-Entschlüsseln.sh und 7z-Verschlüsseln.sh.

Wenn Sie mehrere PCs und Notebooks verwenden, richten Sie die 7z-Verschlüsselung zum bequemen Datenaustausch auf allen Geräten mit identischen Kennwort ein. Sollten Sie irgendwann die Notwendigkeit sehen, das Kennwort zu ändern, muss dies auf allen Geräten erfolgen. Außerdem müssen Sie alle bereits verschlüsselten Archive zunächst mit dem alten Kennwort auspacken.

Der Windows-Explorer

Der Windows-Explorer ist nicht mit der Windows-GUI (Graphical User Interface) gleichzusetzen, auch wenn er wesentliche Komponenten der grafischen Oberfläche bereitstellt: die Taskleiste mit Start-Menü, die Ordnerfenster mit Such-, Filter- und Sortierfunktionen, die zugleich als Maus-optimierter Datei-Manager arbeiten, nicht zuletzt auch einen Drag & Drop-fähigen Desktop, der vielen Anwendern als zentrale Dateiablage dient. Unter Windows 8 sorgt der Explorer zusätzlich für den neuen Startbildschirm und die Modern UI.
Damit prägt der Windows-Explorer entscheidend die Optik und Bedienung, ist aber trotzdem nur eine im Prinzip austauschbare Software. Hardware, Netzwerk, Dateisystem funktionieren auch ohne ihn, und auch einige entscheidende GUI-Elemente sind, wie die Tabelle zeigt, unabhängig vom Explorer verfügbar.
Das technisch mögliche Ersetzen des Explorers ist aber trotz gewisser Überfrachtung, Intransparenz und Leistungsmängel bei simplen Dateiaktionen kaum verbreitet: Microsoft hat die Windows-User sehr erfolgreich auf den Explorer konditioniert, und alternative grafische Shells oder gar Kommandozeilen-Shells spielen unter Windows keine nennenswerte Rolle.

Explorer und Shell-Eigenschaften
Allgemeines
Shell-Definition unter
HKLM\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon
Shell-Prozesskontext
Benutzerkontext: Shell arbeitet mit den Rechten des aktuellen Users
Shell-Prozesstyp
Anwendungsprogramm mit normaler Priorität
Shell-Funktionen Windows-Explorer Alternative Shells
Programm-Starter
Start-Menü, Symbolleisten, Doppelklick
oft weniger komfortabel
Programm-Kontrolle
Taskleiste, Systray
fehlt
Datei-Manager
Dateiaktionen (lokal, Netz, FTP)
oft schneller und besser
Suche und Filter
Dateisuche, Index, Filter, Stapel
reduzierte Such-und Filteroptionen
Namespace-Ordner
Desktop, Papierkorb, Arbeitsplatz
oft darstellbar, aber nicht voll integriert
Kontextmenüs
für alle Dateiobjekte
theoretisch darstellbar, selten realisiert
Shell-unabhängig
<Strg>-<Alt>-<Del>
Windows-Grundfunktionen (u.a. Task-Manager, Abmelden)
<Win>-<L>
Computer sperren
<Alt>-<Tab>
Task-Umschaltung
<Strg>-<C>  etc.
allgemeine Clipboard-Funktionen
Globale Hotkeys
im Prinzip von jeder Software realisierbar
Drag & Drop
Programm-abhängig
Dateitypen-Erkennung
allgemein zugängliche Registry-Einstellungen
Design
Shell-unabhängiger Windows-Dienst
Hintergrundbild
Shell-unabhängig

EFS-Verschlüsselung im Explorer-Kontext

Die EFS-Verschlüsselung auf NTFS-Laufwerken erlaubt transparente Verschlüsselung am lokalen Rechner. Das heisst: Die verschlüsselten Daten sind im eigenen Konto ganz normal zu benutzen, ohne Konto-Anmeldung aber unlesbar. Das gilt auch für Fremdsysteme, welche den Datenträger einlesen.

Wer die EFS-Verschlüsselung bequemer bedienen will (als über Rechtsklick und „Eigenschaften –> Allgemein –> Erweitert –> Inhalt verschlüsseln“), kann sich im Explorer ein Kontextmenü für alle Dateiobjekte einrichten:

Registry-Schlüssel: HKLM\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced
DWord: EncryptionContextMenu
Wert: 1

Explorer-Switches

Der Windows-Explorer hat unter Windows 7 und 8 einige ältere Schalter über Bord geworfen. Geblieben sind:

explorer.exe /separate
Startet den Explorer in einer neuen Instanz

explorer.exe /e
Blendet die Navigationsleiste auch dann ein, wenn diese standardmäßig nicht aktiviert ist

explorer.exe /select,[Ordner | Datei]
Startet den Explorer und markiert den angegebenen Ordner oder die Datei

SkyDrive im Explorer

SkyDrive nennt Microsoft seinen kostenlosen Online-Speicherplatz mit immerhin 7 GB (früher 25 GB), den jeder erhält, der sich ein Windows-Live-Konto anlegt. Für Windows 8 ist eine engere Integration von SkyDrive in das System vorgesehen. Allerdings ist es auch unter älteren Windows-Versionen relativ einfach, den SkyDrive-Platz als Netzlaufwerk zu verbinden und damit allen Programmen direkt zugänglich zu machen (via „Öffnen“ und „Speichern unter“). So geht’s:

1. Sie melden sich bei Windows Live an und klicken auf den Link „SkyDrive“. Der Browser zeigt dann in der Adresszeile Ihre persönliche SkyDrive-Adresse:

https://skydrive.live.com/?cid=xxxxxxxxxxxxxxxx

Entscheidend ist die 16-stellige ID nach „cid=“ (numerisch und alphanumerisch gemischt), die Sie mit Strg-C in die Zwischenablage kopieren.

Microsoft SkyDrive-AdresseDie entscheidende ID steht nach „cid=“

2. Verwenden Sie im Windows-Explorer „Netzlaufwerk verbinden“. Dort tragen Sie neben „Ordner“ folgende Adresse mit Ihrer persönlichen ID (xxxxxxxxxxxxxxxx) ein:

\\docs.live.net@SSL\xxxxxxxxxxxxxxxx

3. Welchen Laufwerksbuchstaben Sie dem Web-Speicher zuordnen wollen, und ob Sie den Speicher standardmäßig beim Windows-Start einbinden wollen, können Sie selbst entscheiden. Danach werden Sie noch nach Ihrem Windows-Live-Namens und dem Kennwort befragt und finden nach korrekter Eingabe das SkyDrive als Laufwerk im Explorer.

SkyDrive verbinden
Das SkyDrive wird wie eine lokale Netzwerkressource in das System eingebunden.

Gelegentlich anzutreffende Aussagen, dieser Zugriff sei dann auch performanter als über den Browser, kann ich nicht bestätigen. Aber die SkyDrive-Dateien stehen danach jedem Windows-Programm umweglos zur Verfügung.

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Einen wichtigen Sicherheitshinweis zur SkyDrive-Anmeldung erhielt ich
von Hans-Jürgen Oltsch:

„Die Skydrive-Benutzeranmeldung leidet genau wie die Windows 8 Consumer Preview am ’16 Character Password Bug‘, der sich wie folgt zeigt:
Hat man zur Windows ID ein Passwort/Kennwort, das länger als 16 Zeichen ist, scheitert die Anmeldung. Gibt man nur die ersten 16 Zeichen des Passworts ein und lässt den Rest weg, klappt die Anmeldung. Das lässt die Microsoftsche Cloudbenutzerverwaltung nicht gerade vertrauenswürdig erscheinen…“

 

Windows 8 Explorer: Die Schnellzugriffsleiste

Wem das Ribbon-Menü des Explorers zu viel Raum einnimmt, kann es minimieren und zum Ausgleich die Schnellzugriffsleiste (Quick Access Toolbar) nach persönlichem Geschmack bestücken. Dazu klickt man im Ribbon-Menü mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Element und wählt die Option „Add to Quick Access Toolbar“. Im Screenshot unten wird gerade die Systemsteuerung übernommen:

Ribbon-Menü und Schnellzugriffleiste
Jeder Eintrag im Ribbon-Menü lässt sich in die Schnellzugriffleiste übernehmen.

Nach dieser Aktion erscheint das Symbol des Control Panels erwartungsgemäß in der Schnellzugriffsleiste (siehe unten) – und zwar als letztes Symbol. Weitere Anpassungen, etwa nachträgliches Umsortieren der Symbole oder Trennlinien zur besseren Gruppierung, sind in der Preview noch nicht vorgesehen.

Ribbon-Menü und Schnellzugriffleiste

 

 

Windows 8 Test: Explorer und File-Management

Microsoft hat die Fähigkeiten des Explorers als Datei-Manager (Dateien kopieren, verschieben, löschen, umbenennen) unter Windows 8 erneut auf den Prüfstand gestellt. Vorläufiges Ergebnis ist die bessere Übersicht, wenn mehrere solcher Dateiaktionen gleichzeitig laufen, weil alle betreffenden Vorgänge in einem gemeinsamen Dialog zusammengefasst werden. Zugleich gibt es eine verbesserte Kontrolle über die Vorgänge, weil der Explorer unter Windows 8 einzelne Aktionen auch pausieren und später wieder fortsetzen kann – ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem bloßen „Abbrechen“ in den bisherigen Windows-Versionen.

Schön! Aber wird der Explorer von Windows 8 aber auch das Kopieren, Verschieben, Löschen selbst beschleunigen? Ich habe mal gleichzeitig die folgenden drei Dateiaktionen angefordert und dabei die Gesamtdauer unter Windows 7 und Windows 8 gemessen:

  • Kopieren eines großen ISO-Images von Festplatte auf ein Netzlaufwerk
  • Kopieren einer großen portablen Suite von einer internen Partition auf eine weitere
  • Löschen auf Festplatte eines großen Bilderordners mit vielen Einzeldateien

Das Ergebnis:

  • Windows 7:      7:39  (= 459 Sekunden)
  • Windows 8:     7:04  (= 424 Sekunden)

Der Explorer von Windows 8 hat also die Nase tatsächlich deutlich messbar vorne, wirklich spürbar sind aber diese annähernd 10 Prozent Beschleunigung im User-Alltag kaum. Vielleicht kann ja die endgültige Version noch etwas zulegen.

Beim Einpacken von komprimierten ZIP-Archiven zeigt sich der Explorer ebenfalls verbessert. Mein Versuchsarchiv mit etwa 20000 kleinen Dateien packt

  • Windows 7 in 131 Sekunden
  • Windows 8 in 73 Sekunden

Wichtiger wäre allerdings eine Beschleunigung beim viel zu zähen Auspacken der ZIP-Archive. Hier zeigt zeigt der neue Explorer aber keine nennenswerte Steigerung:

  • Windows 7 entpackt in 508 Sekunden
  • Windows 8 entpackt in 497 Sekunden
Windows 7 Explorer als Datei-Manager
Windows-7-Explorer als Datei-Manager: Wenn's nicht rund läuft, gibt es nur die Option "Abbrechen".
Explorer unter Windows 8; File-Management
Explorer unter Windows 8: Was zusammengehört, wird gemeinsam angezeigt, und das Pausieren erlaubt bessere Kontrolle. Spürbar schneller werden die Aktionen allerdings nicht.

Windows 8: Programme-Explorer (CLSID)

Windows 8 nutzt eine neue ClassID in der Registry (Hkey_Classes_Root/CLSID/{4234d49b-0245-4df3-b780-3893943456e1}), die eine Komplettübersicht über alle vorhandenen Programme und Links erlaubt. Es genügt, an beliebiger Stelle einen neuen Ordner anzulegen – mit beliebigem Namen und der Extension .{4234d49b-0245-4df3-b780-3893943456e1}, also etwa

Programme.{4234d49b-0245-4df3-b780-3893943456e1}

Nach Öffnen dieses Ordners zeigt dieser alle installierten Programme. Die Liste entspricht der Sammlung im Metro-Startbildschirm, ist aber am klassischen Desktop wesentlich übersichtlicher. Ob diese Funktion in der endgültigen Version von Windows 8 als „Programme-Explorer“ zugänglicher realisiert wird, bleibt abzuwarten.

ClassID, 4234d49b-0245-4df3-b780-3893943456e1, Programme
Windows 8: Ein Ordner mit bestimmter ClassID (als Extension) listet alle Programme auf.

Windows 8: Laden von ISO- und VHD-Images

Bis Version 7 bietet das Betriebssystem Windows keine native Unterstützung für ISO- und VHD-Images. Um solche Images als virtuelles Laufwerk zu laden, reicht daher der Windows-Explorer nicht aus: Um das Microsoft-eigene VHD-Format zu laden (Virtual Hard Disk) wird der umständliche Weg in die Datenträgerverwaltung notwendig, um ISO-Images zu mounten oder zu brennen, ist sogar externe Software wie VirtualCloneDrive oder Imgburn nötig.
Der Explorer von Windows 8 bringt nun zumindest die Basisfunktionen selbst mit. Das Laden als virtuelles Laufwerk ist sowohl für VHD- wie ISO-Dateien in den Explorer eingebaut, ebenso das Brennen des ISO-Formats.

Windows 8: ISO-Images im Explorer
ISO-Images und VHD-Images kann der Explorer unter Windows 8 ohne Fremdtools laden und brennen.

Windows 8: Explorer und File-Management

Seit 16 Jahren, seit Windows 95 dient der Explorer als Standard-Dateimanager unter Windows. Jetzt, 2011 bei der Entwicklung von Windows 8 räumt Microsoft ein, dass der bisherige Explorer für Aufgaben mit hohen Datenvolumen oder für die gleichzeitige Ausführung mehrerer Kopiervorgänge gar nicht recht geeignet sei. Microsoft zeigt volles Verständnis für alle Power-User, die seit Jahren auf Alternativen wie Total Commander, Teracopy oder Kommandozeilenprogramme zurückgreifen.

Unter Windows 8 soll aber alles, was mit Kopieren (Copy), Löschen (Delete), Verschieben (Move), Umbenennen (Rename), ZIP-Archiven (Compressend Folder) zu tun hat, deutlich besser werden. Der Explorer wird seine Kernaufgaben als Dateimanager schneller, kontrollierbarer und übersichtlicher erledigen. Wichtige Änderungen sind bereits in der Developer Preview realisiert. Die Dialoge bei Dateinamenskonflikten sind deutlich übersichtlicher als unter Windows 7 und Vista (was allerdings angesichts der chaotischen Dialoge der Vorgänger nicht allzu schwer ist):

Windows 8 mit vereinfachten Dialogen im Explorer
Der Explorer in Windows 8 vereinfacht die konfusen Dialoge von Windows 7 und Vista wieder auf ein verständliches Niveau.

Ferner fasst der Explorer jetzt alle laufenden Aktionen (ähnlich wie diverse Linux-Distributionen) in einem Dialog zusammen und erlaubt das Pausieren oder Abbrechen einzelner Vorgänge – etwa um die wichtigste Aktion zu beschleunigen:

Alle aktuellen Dateiaktionen des Windows-8-Explorer erscheinen in einem gemeinsamen Dialog.
Alle aktuellen Dateiaktionen des Windows-8-Explorer erscheinen in einem gemeinsamen Dialog.

Generell erscheint das Dateimanagement unter Windows 8 schneller, präziser und fehlertoleranter – dies aber nur ein vorläufiger Ersteindruck, der sich im Benutzeralltag erst noch bewähren muss. Noch reichlich buggy ist die Zeitberechnung bei größeren Kopiervorgängen: Wenn man nach angezeigten 100% und verbleibenden 5 Sekunden Wartezeit trotzdem noch 15 Minuten (!) warten muß, kann man nur wünschen, dass solche Fehlberechnungen dem Benutzer der finalen Version erspart bleiben…
Wer ernsthafte Backups und Synchronisierungjobs ausführt, wird vermutlich weiterhin externe Tools (Total Commander) und die Kommandozeile (Robocopy, Xcopy) benutzen.

siehe dazu auch den Explorer-Kurztest: Kopieren, Löschen, ZIP-Support…