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Tipps zu Windows RT

Windows RT – früher Windows on ARM – ist das Windows für ARM-Architektur.
Entscheidender Nachteil gegenüber dem großen Windows 8: Es kann nur Apps für die Windows-Runtime-API ausführen, klassische x86/x64-Windows-Programme sind nicht kompatibel.

Windows-RT-Tablets sind ideale Geräte zum Lesen, Surfen, Twittern, Skypen, Shoppen, Multimediakonsum, einfache Spiele. Als Produktivgerät taugen sie nicht. Immerhin lässt sich Windows RT an vielen Ecken tunen, und an einigen ist es dringend nötig. Crux ist vor allem eine unfertige Modern UI, die den Benutzer zur Old UI schickt. Die folgenden Tipps basieren auf der Erfahrung mit einem Asus Vivo Tab mit Windows RT.

Limits von RT-Tablets
Ein Tablet mit Windows RT ist aus mehreren Gründen kein Notebook-Ersatz: Das Display ist zu klein und die Bedienung selbst mit Tastatur und externer Maus nicht mit der auf Notebooks oder gar Desktop-PCs vergleichbar. RAM-Speicher und Festplatte setzen klare Grenzen für Software, Multitasking und Datenvolumen. Außerdem unterstützt Windows RT abgesehen vom vorinstallierten Office 2013 und dem Microsoft-Browser kaum produktive Büro-, Bildbearbeitungs- oder DTP-Software.
Wer klassische Windows-Software auf einem Tablet benötigt, muss zu einem Gerät wie Microsoft Surface Pro mit vollwertigem Windows 8 greifen. Dort gelten dann freilich dieselben Einschränkungen beim Display und der Bedienung.

Teure Tastatur braucht nicht jeder
Die Tastatur kostet bei Tablets wie dem Microsoft Surface oder dem Asus Vivo Tab zusätzliche 100 bis 130 Euro. Dafür gibt es eine optisch und technisch genau angepasste Tastatur mit speziellem Anschluss an das Tablet. Je nach Anspruch an das Tablet kann man sich diese Investition aber sparen: Jede beliebige USB-Tastatur aus dem Keller tut es für gelegentliche Arbeiten und zum Konfigurieren des Windows-Tablets auch.

Konfiguration mit externer Tastatur
Für die Erstkonfiguration werden Sie persönliche Ordner erstellen, Verknüpfungen anlegen und in der Systemsteuerung sowie den PC-Einstellungen diverse Anpassungen vornehmen wollen. Für das Einrichten des Geräts empfiehlt sich aus mehreren Gründen eine externe Tastatur.
1. Die Bildschirmtastatur fordert die Hälfte des Displays und behindert dadurch die Übersicht.
2. Die Bildschirmtastatur erscheint nur auf der Modern UI automatisch, sobald man ein Eingabefeld bearbeitet. Auf dem Desktop müssen Sie diese immer explizit starten.
3. Die Bildschirmtastatur ist zum Schreiben ganz komfortabel, aber umständlich für Aktionen wie Kopieren und Einfügen. Für Sonderzeichen wie Backslash oder Doppelpunkt, wie sie beim Einstellen von Pfadangaben ständig anfallen, müssen Sie außerdem ständig den Eingabemodus mit „&123“ wechseln.

Bildschirmtastatur immer griffbereit
Wer keine externe Tastatur angeschlossen, braucht die Bildschirmtastatur stets griffbereit. In der Modern UI erscheint sie automatisch, und am Desktop gibt es für die Taskleiste eine spezielle Symbolleiste:
Aktivieren Sie durch Drücken auf die Taskleiste das Kontextmenü, und wählen Sie dort „Symbolleisten –> Bildschirmtastatur“. Über das kleine Icon starten Sie dann jederzeit die Tastatur.
Windows RT und 8 haben neben dieser neuen Tabtip.exe auch noch das alte Windows-Zubehör Osk.exe (On Screen Keyboard) an Bord. Das ist in vielen Fällen die bessere Alternative, weil es Windows-Tasten, Funktionstasten und Spezialtasten wie „Druck“ oder „Esc“ mitbringt.

Externe USB-Speicher nutzen
Für USB-Sticks und externe USB-Festplatten bietet Windows RT volle Unterstützung inklusive Stromversorgung. Das heißt, dass – wie von Windows gewöhnt – NTFS-, FAT32- und exFAT-formatierte Datenträger erkannt und genutzt werden können. Der USB-Anschluss sorgt außerdem für ausreichende Stromversorgung – eine Tatsache, die bei Apple- und Android-Tablets nicht selbstverständlich ist. Damit sparen Sie sich die Mitnahme eines lästigen USB-Hubs mit eigener Stromversorgung. Allerdings verringern angeschlossene USB-Geräten die Akkulaufzeit deutlich.

Automatisches Bildschirmdrehen verhindern
Wie auf Smartphones oder iPads kann das automatische Drehen des Displays um 90 oder 180 Grad auch auf Windows-8- und Windows-RT-Tablets nerven. Eine Abschaltoption ist auf Windows RT zwar vorhanden, aber alles andere als offensichtlich:
Schieben Sie die Charms-Leiste aus dem rechten Display-Rand, und wählen Sie „Einstellungen“. Wenn Sie auf „Bildschirm“ klicken, sehen Sie oberhalb der Helligkeitsskala ein kleines Bildschirmsymbol mit einem gebogenen Pfeil. Der soll das automatische Bildschirmdrehen symbolisieren. Mit einem Fingertipp auf dieses Symbol ist der Automatismus deaktiviert.

Adaptive Helligkeit abschalten
Auch dieser Automatismus kann nerven: Windows-RT-Tablets passen die Helligkeit des Displays an die äußeren Lichtverhältnisse an. Das soll den Stromverbrauch verringern und dem Benutzer immer ein gut lesbares Display bieten. Das klappt bei Tageslicht ganz gut, bei Nacht und künstlichem Licht eher nicht.
Wenn Sie mit der wechselnden Display-Helligkeit nicht zufrieden sind, sollten Sie die Funktion abschalten: Dazu öffnen Sie über die Charms-Leiste „Einstellungen –> PC-Einstellungen ändern –> Allgemein“. Hier finden Sie etwas weiter unten die Option „Bildschirmhelligkeit automatisch anpassen“, die Sie auf „Aus“ setzen.

Lautsprecherklang optimieren
Von winzigen Tablet-Lautsprechern darf man nicht das ganz große Klangvolumen erwarten. Trotzdem kommt mit etwas Nachhilfe mehr Druck auf die Ohren:
1. In der klassischen Systemsteuerung unter „Sound“ klicken Sie auf der Registerkarte „Wiedergabe“ auf „Lautsprecher“. Unter „Eigenschaften“ finden Sie auf der weiteren Registerkarte „Erweiterungen“ die Optionen der „Bassverstärkung“ und des „Lautstärkeausgleichs“.
2. Noch deutlich mehr erreichen Sie mit einem Player, der einen Equalizer anbietet. Die Musik-App hat nichts dergleichen und der klassische Windows Media Player wurde nicht nach Windows RT kompiliert. Auf der Suche im Windows Store nach einem Player mit Equalizer wird man aber inzwischen fündig: Der MediaMonkey von Ventis Media hat alles, was Sie von einem Musik- und Videoplayer erwarten – unter anderem auch einen Equalizer zur Bass- und Höhenverstärkung. Der Player ist kostenlos, hat aber eine abgeschaltete, kostenpflichtige Sync-Funktion.

Equalizer

Den Desktop bedienbar machen
So angenehm die Bedienung der Kacheloberfläche sein mag, umso mühsamer ist der Gang zum Desktop auf Windows-Tablets. Die winzigen Schaltflächen sind ohne präzise Maus kaum zu treffen. Das Ändern der nativen Auflösung von 1366 x 768 ist nicht zu empfehlen, aber eine ganze Reihe kleinerer Maßnahmen verbessert die Navigation wesentlich:
1. Unter „Systemsteuerung –> Anzeige –> Die Größe aller Elemente ändern“ können Sie Menüeinträge und Schriften durch Anheben des DPI-Werts vergrößern (Dots per inch). Der auf Tablets mögliche Maximalwert von „125%“ ist aber fast schon überdimensioniert für das kleine Display. Probieren Sie einen Zwischenwert wie 115 Prozent.
2. Erstaunlich hilfreich sind die kleinen Anpassungen im selben Dialog unter „Nur die Textgröße ändern“. Besonders „Menüs“, „Titelleisten“ und „Palettentitel“ verdienen größere Schriftgrößen als voreingestellt.
3. Im Windows-Explorer verbieten sich viele PC-Gewohnheiten: Der Navigationsbereich und die Ansichtsoptionen „Details“ und „Liste“ sind praktisch unbenutzbar. Als fingerfreundlich und dabei übersichtlich erweist sich die Ansicht „Inhalt“ – insbesondere nach den Schritten 1 und 2. Am besten setzen Sie diese Ansicht zum Standard via „Ansicht –> Optionen –> Ansicht –> Für Ordner übernehmen“.
4. Denken Sie daran, dass auch am Desktop einige Programme das-Zoomen mit zwei Finger beherrschen: Die Office-13-Komponten können das stufenlos, der Explorer reagiert immerhin mit dem Wechsel der Ansichtsoption.
5. Versetzen Sie die Taskleiste am besten an den rechten Rand (via „Eigenschaften –> Position der Taskleiste“) und verwenden Sie sie nur für absolut notwendige Desktop-Programme. Auch der Desktop-Hintergrund ist auf dem kleinen Display kein geeigneter Startplatz: Es ist unter Windows RT ungleich einfacher und bedienungsfreundlicher, den Startbildschirm als Startrampe auszubauen.

Datei-Manager für die Modern UI
Mit den Desktop-Tipps oben wird der Explorer bedienbar – mit diversen Vorteilen, die er gegenüber anderen Datei-Managern bietet. Trotzdem lohnt sich die Umschau im Windows Store nach Alternativen auf der Kacheloberfläche. Aktuell sind folgende Dateimanager zu empfehlen:
My Explorer“ von Guillermo Rueda arbeitet überwiegend mit Favoriten, die sich der Benutzer selbst einrichtet. Was fehlt, ist ein eingebauter Skydrive-Zugriff.
Files & Folder“ von Boo Studio ist mittlerweile nicht mehr kostenlos (4,99 Euro): Der attraktive Manager bietet eine gute Vorschau, Skydrive-Zugriff, ist aber etwas langsam.
Metro Commander“ stammt ebenfalls von Boo Studio, ist kostenlos, lässt sich aber einzelne Features häppchenweise bezahlen (1,69 Euro pro Stück). Ein paar Euro ist der zweispaltig organisierte Manager mit Drag & Drop, Skydrive-Zugriff und Favoritenleiste aber allemal wert.

Desktop-Kosmetik für Bastler
Windows 8 und RT haben zwei Oberflächen. Deren Bedienkonzept können Sie nicht vereinheitlichen, aber deren Optik:
Verkleinern Sie am Startbildschirm die Gruppen mit zwei Fingern oder Klick auf das kleine Minus ganz unten rechts. Dann fotografieren Sie den Bildschirm mit der Taste [Druck].
Fügen Sie das Bild über „Einfügen“ oder [Strg-V] in eine beliebige Bildbearbeitung wie etwa Windows Paint ein. Danach kopieren Sie nach Wunsch den farbigen Hintergrund über die verkleinerten Gruppen, um diese zu überdecken.
Das Resultat speichern Sie im JPG-Format und verwenden es via „Systemsteuerung –> Anpassung“ als Desktophintergrund.

Der Internet Explorer
Unter Windows RT gibt es momentan nur einen Browser –den Internet Explorer. Damit kann man zwar flott surfen, aber die Favoriten-Verwaltung der RT-Variante ist untauglich und die Desktop-Variante hat die bekannten Bedienprobleme. Ein praktikabler Lösungsvorschlag:
1. Exportieren Sie die Lesezeichen Ihres Lieblingsbrowser – in Chrome etwa über Rechtsklick auf ein Lesezeichen und dann „Lesezeichen-Manager –> Organisieren –> Lesezeichen…exportieren“, in Firefox über [Strg Umschalt B] –> Importieren und Sichern –> Lesezeichen…exportieren“.
2. Sie kopieren die HTML-Datei auf das Tablet und öffnen es mit Doppelklick im Internet Explorer. Danach tippen Sie recht unten auf das Stecknagel-Symbol und wählen „An Start anheften“.
3. Starten Sie den Browser künftig über die neue Kachel im Startbildschirm und damit mit Ihrer Bookmark-Datei.
Wenn Sie eine eigene Web-Seite haben, können Sie die Bookmark-Datei dort lagern.

Plattenplatz und Recovery-Partition
Die Festplattenkapazität auf RT-Tablets reicht typischerweise von 32 GB bis 128 GB. Da 16 GB allein Windows RT fordert und weitere 4 GB eine Recovery-Partition wegnimmt, sind die kleineren Platten schnell voll.
Die Idee, wenigstens die 4 GB der Recovery-Partition zurückzugewinnen, indem man sie auf einen USB-Stick verlagert, ist theoretisch möglich, aber für den geringen Ertrag viel zu aufwändig: Diese Partition muss erst mit Diskpart und „SetID“ und „Assign“ zugänglich gemacht werden. Danach kann über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung –> Wiederherstellungslaufwerk erstellen“ ein bootfähiges USB-Medium mit Notfallsystem erstellt und dieses dann mit den Daten der Recovery-Partition aufgefüllt werden. Viel Aufwand für vier GB: Eine Micro-SD dieser Größe kostet fünf Euro – und der USB-Stick wäre auch nicht umsonst.

Windows RT als „Server“
Ein RT-Tablet hat keine Einschränkungen beim Zugriff auf Netzwerkfreigaben. Alle Windows- oder Samba-Freigaben stehen zur Verfügung. Die Verwendung der neueren Heimnetzgruppe ist ebenfalls vorgesehen, aber es funktioniert auch der Zugriff auf Kontenebene.
Andererseits darf das Tablet keine Daten im Netz freigeben. Dazu heißt es in den PC-Einstellungen unter „Heimnetzgruppe“ nur knapp, „mit dieser Windows-Edition können keine Inhalte mit der Heimnetzgruppe geteilt werden“, und nur der Zugriff auf andere PCs sei möglich.
Ein Blick mit der Dienste-Konsole „Services.msc“ in die laufenden Dienste zeigt, dass der maßgebliche „Server“-Dienst vorhanden und nur deaktiviert ist. Wenn Sie diesen doppelt anklicken, neben „Starttyp“ „Automatisch“ einstellen und dies „Übernehmen“, dann können Sie den „Server“ sofort „Starten“. Und danach verwenden Sie am einfachsten die Konsole „fsmgmt.msc“ („Freigegebene Ordner“). Unter „Freigaben“ und „Neue Freigabe“ geben Sie, wie von jedem Windows gewohnt, Ordner oder Laufwerke im Netz frei.

Windows RT_als_Server

RT-Tablets mit einem externen System booten
Natürlich lässt sich ein Windows-RT-Gerät auch mit einem externen System via USB booten. Vorgesehener Standardfall ist das Windows PE, das sich über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung“ auf einem USB-Stick einrichten lässt. Ein purer Spaß ist das Ganze allerdings nicht: Über die „PC-Einstellungen –> Allgemein –> Erweiterter Start (ganz unten)“ und „Jetzt neu starten“ erscheint als eine Option „Ein Gerät verwenden“ und dort „Universal USB Class Boot“. Danach wird es lästig: Die Systemplatte ist Bitlocker-verschlüsselt und muss erst mal aufgesperrt werden. Dazu braucht es einen zweiten Rechner, über den man via Microsoft-Konto den Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel ermitteln kann. Der Vorgang wird durch relativ klare Anweisungen erleichtert, erfordert aber viel Eingabegeduld. Immerhin hat allein der Recovery-Key 48 Stellen, die man eintippen muss. Der Ablauf garantiert hohe Sicherheit für die Tablet-Daten, aber eine halbe Stunde lästige Arbeit.

 

Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel

Ein paar unentbehrliche Produktiv-Apps aus dem Windows-Store:

Notepad Classic statt einem klassischen Notepad am Desktop ist die pure Erholung…

MFTP ist als FTP-Client unentbehrlich, aber weder hübsch noch besonders komfortabel. Da ist noch detulich Luft nach oben…

Unpacker ist wichtig, weil er im Unterschied zu manchen anderen kostenlosen Apps auch verschlüsselte RAR-Archive entpackt. Optik und Bedienung könnten noch zulegen…

Toolbox zeigt mit zwei bis sechs Fenstern, was die Modern UI alles kann, ist aber derzeit nicht flexibel und funktional genug. Ich sehe keine Möglichkeit, eigene Apps einzubinden. Das Wenige, was geht, gibt die App selbst vor…

Windows 8: Metro Snap

Dass Windows 8 weiterhin zurecht „Windows“ heissen darf, liegt nicht zuletzt an der Docking-Funktion Metro Snap. Zieht man vom linken Bildschirmrand nach rechts (Maus oder Finger), lässt sich die zuletzt gestartete Modern-UI-App als Vollbild in den Monitor schieben. Ist es nicht die gewünschte App, was sich an einem skalierbaren Vorschaubild ablesen lässt, geht Maus oder Finger zurück zum Rand und versucht es mit der nächsten App…
Ist das richtige Programm gefunden, kann man dieses am linken oder rechten Bildschirmrand andocken (Metro Snap). Es nimmt dort ein Viertel des gesamten Bildschirms ein, der größere Rest kann für eine andere Metro-App oder für den klassischen Windows-Desktop genutzt werden. Um das Einfügen der App links oder rechts zu erleichtern, verschiebt sich beim Ziehen der Anwendung der Inhalt des bisherigen Bildschirm so, dass ein intuitives Andocken erfolgen kann.

Folgende Abbildung zeigt den klassischen Windows-Desktop als Hauptinhalt und am rechten Bildschirmrand die Metro-Weather-App angedockt in Viertelgröße. Am linken Rand wird gerade die Metro-Piano-App in den Bildschirm gezogen und könnte nun den Desktop oder die Wetter-Anwendung ersetzen oder auch im Vollbild eingefügt werden:

Metro Snap, Fenster, Windows 8
Die Kombination von Windows-Desktop und angedockten Modern Apps ist vielversprechend - in optischer wie informativer Hinsicht.

Auf kleineren Monitoren unter 1280 Pixelbreite scheint Windows 8 das Metro Snap-Feature zu verweigern. Hier hilft eventuell ein Registry-Eingriff im Schlüssel
HKey_Current_User\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ImmersiveShell
Erstellen Sie hier den Unterschlüssel „AppPositioner“, dort den DWORD-Eintrag „AlwaysEnableLSSnapping“, dem Sie schließlich den Wert „1“ zuweisen. Nach einem Neustart ist die Änderung wirksam.

Windows 8: Startbildschirm

Wie das Windows Phone zeigt der Startbildschirm die verfügbaren Programme als Kacheln an, wobei zwei verschiedene Größen wählbar sind. Alle auf dem PC installierten Programme erscheinen automatisch auf diesem Startbildschirm, so wie sie in früheren Windows-Versionen in das Startmenü einsortiert wurden. Erster wesentlicher Unterschied zu Icons, die Microsoft inzwischen als altmodisch erachtet, sind optionale aktive Inhalte in diesen Kacheln – etwa RSS-Feeds.

Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)
Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)

Die Umstellung auf die Metro-GUI bedeutet aber deutlich mehr, als Icons durch Kacheln mit aktiven Inhalt zu ersetzen:

  • Metro-Anwendungen laufen grundsätzlich im Vollbildmodus (abgesehen vom speziellen Arrangement-Feature Metro-Snap). Das seit Jahrzehnten Windows-typische Element der Titelleiste entfällt. Somit lassen sich Metro-Anwendungen weder minimieren, noch in der Größe ändern, noch schließen. Der Wechsel zwischen den Vollbild-Programmen erfolgt durch horizontale Wischbewegungen am Touchscreen, durch Ziehen der vom linken Bildrand zur Mitte oder durch die Tastenkombination [Win]-[Tab] am PC mit konventionellem Monitor.
  • Metro-Apps manuell zu beenden, ist eigentlich nicht vorgesehen und nicht notwendig: Windows 8 sorgt selbständig dafür, dass nicht mehr aktiv genutzte Metro-Apps ausgelagert werden und dann keinerlei CPU-Ressourcen und nur noch geringe Speicherressourcen beanspruchen. Dieser Programm-Zustand nennt sich (im Taskmanager) „Suspended“ und erfolgt bei Nicht-Benutzung einer Anwendung bereits nach wenigen Sekunden. Auf Druck der Beta-Tester hat Microsoft nun aber doch manuelles Beenden eingebaut: Nach Einblenden der aktiven Metro-Apps (Klick auf linke obere Bildschirmecke) kann man nach Rechtsklick die Option „Schließen“ wählen.
  • Die Metro-Oberfläche ist kein bloßes Windows-Design, sondern eine Plattform – Metro-Anwendungen müssen also erst mal entsprechend programmiert werden. Damit ist ein ganz großer Windows-Trumpf, der unüberbietbare Pool an System- und Anwendungs-Software erst Mal in Gefahr: Die Entwickler müssen von der Metro-GUI überzeugt werden (so wie dies etwa für den Firefox-Browser gelungen ist, siehe dazu das Mozilla Wiki). Da dies längst nicht flächendeckend gelingen wird, fährt Windows 8 erst Mal zweigleisig: Der Startdesktop mit der Metro-Oberfläche kann auch beliebige ältere Windows-Programme anzeigen (solche freilich nicht mit aktivem Inhalt) und per Klick oder Touch laden. Dabei wechselt Windows 8 automatisch von der Metro-GUI auf den konventionellen Windows-Desktop – dies sogar optisch garniert mit einem Einblendeffekt. Selbst auf ARM-basierten Smartphones und Tablets will Microsoft vorläufig zweigleisig fahren – Metro plus Desktop.
  • Die stets aktuellen Metro-Bilder (Wetter, RSS-Feed etc.) kosten aufgrund der Cloud-basierten Push-Technologie kaum Rechner-Ressourcen.
  • Das Umschalten von der Metro-Oberfläche zum klassischen Desktop mit Taskleiste und Icons ist in der Windows 8 Preview jederzeit und flüssig mit der Taste [Win] möglich. Eigentliche System-Shell, die beide Oberflächen parallel anbietet, ist nach wie vor der Windows-Explorer.
MetroApp schließen
Metro-Programme lassen sich nach Rechtsklick auf der Miniaturansicht beenden.
Metro-Apps und Taskmanagement unter Windows 8
Metro-Apps werden nach kurzer Inaktivität automatisch ausgelagert (suspended) und schließlich ganz beendet..

Windows 8 enthält ab Werk eine Reihe von Metro-Anwendungen, so etwa der Windows Reader für PDF-Dateien oder der mitgelieferte Remotedesktop. Zahlreiche weitere Metro-Apps sind im Windows Store verfügbar.

Windows 8 Preview mit dem Remotedesktop im Metro-Look
Windows 8 mit dem Remotedesktop im Metro-Look

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Fazit:

  • Der Metro-Startbildschirm ist optisch ansprechend, aber eindeutig für Tablets mit schmaler Software-Ausstattung ausgerichtet. Am konventionellen PC kann er alles andere als überzeugen. Das Scrollen mit dem Mausrad zum gesuchten Programm ist ebenso unproduktiv wie die Auswahl des gewünschten Programms im bunten Teppich der unstrukturierten Kacheln. Die Aussage von Microsoft, das bisherige Startmenü nehme zu viel Platz ein und sei unübersichtlich, wirkt angesichts der Metro-Kacheln im Vollbild einigermaßen absurd.
    Ähnliche Kritik hat Microsoft offenbar von vielen weiteren Testern einstecken müssen. Der wortreiche Blogeintrag vom 11.10.2011 lässt schließen, dass Metro zwar bleibt, aber nochmal von Grund auf überarbeitet wird.
  • Dass Metro-Apps grundsätzlich im Vollbild laufen, ist am Desktop eine generelle Produktivitätsbremse.
  • Das Hereinziehen gestarteter Metro-Apps vom linken Bildschirm, entweder per Hand oder am PC per Mauszeiger, funktioniert überzeugend, einfach und flott. Dabei besteht auch die Möglichkeit, ein Programm rechts oder links in Viertel-Bildschirmgröße anzudocken und den restlichen Bildschirm für ein anderes Programm zu nutzen – der moderne Fenstermodus sozusagen. Auch das ist gelungen (Metro-Snap).
    Allerdings verliert dieses modernere Multitasking am PC nach kurzem Aha-Erlebnis schnell seinen Reiz. Wer sich nicht vom optischen Erlebnis täuschen lässt, wird rasch wieder zum „alten“ Fenster-Management zurückkehren – dieses ist mit Maus und Tastatur einfach funktionaler und schneller.
  • Das Taskmanagement von Metro-Apps hat Esprit, eventuell auch Zukunft. Dass sich das System selbst intelligent um inaktive Programme kümmert, ist eine logische Antwort auf gut ausgestattete moderne Geräte und auf einfache Bedienbarkeit konditionierte Gerätebesitzer. Dabei hinterlässt Windows 8  den Eindruck, dass ihm dieses Taskmanagement recht Ressourcen-schonend gelingt. Aber die kleinen Metro-Apps der Preview-Version sind noch nicht aussagekräftig für den Windows-Alltag…

siehe auch: Defizite der Metro-Programme
Tipp: Tastatur-Kommandos im Metro-Startbildschirm
Tipp: Metro-Startbildschirm anpassen

Air Soccer für Windows 8
Air Soccer und weitere Beispiel-Apps für Metro lassen sich kostenlos aus dem Store herunterladen.