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Windows 8: Metro Snap

Dass Windows 8 weiterhin zurecht „Windows“ heissen darf, liegt nicht zuletzt an der Docking-Funktion Metro Snap. Zieht man vom linken Bildschirmrand nach rechts (Maus oder Finger), lässt sich die zuletzt gestartete Modern-UI-App als Vollbild in den Monitor schieben. Ist es nicht die gewünschte App, was sich an einem skalierbaren Vorschaubild ablesen lässt, geht Maus oder Finger zurück zum Rand und versucht es mit der nächsten App…
Ist das richtige Programm gefunden, kann man dieses am linken oder rechten Bildschirmrand andocken (Metro Snap). Es nimmt dort ein Viertel des gesamten Bildschirms ein, der größere Rest kann für eine andere Metro-App oder für den klassischen Windows-Desktop genutzt werden. Um das Einfügen der App links oder rechts zu erleichtern, verschiebt sich beim Ziehen der Anwendung der Inhalt des bisherigen Bildschirm so, dass ein intuitives Andocken erfolgen kann.

Folgende Abbildung zeigt den klassischen Windows-Desktop als Hauptinhalt und am rechten Bildschirmrand die Metro-Weather-App angedockt in Viertelgröße. Am linken Rand wird gerade die Metro-Piano-App in den Bildschirm gezogen und könnte nun den Desktop oder die Wetter-Anwendung ersetzen oder auch im Vollbild eingefügt werden:

Metro Snap, Fenster, Windows 8
Die Kombination von Windows-Desktop und angedockten Modern Apps ist vielversprechend - in optischer wie informativer Hinsicht.

Auf kleineren Monitoren unter 1280 Pixelbreite scheint Windows 8 das Metro Snap-Feature zu verweigern. Hier hilft eventuell ein Registry-Eingriff im Schlüssel
HKey_Current_User\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ImmersiveShell
Erstellen Sie hier den Unterschlüssel „AppPositioner“, dort den DWORD-Eintrag „AlwaysEnableLSSnapping“, dem Sie schließlich den Wert „1“ zuweisen. Nach einem Neustart ist die Änderung wirksam.

Windows 8: Startbildschirm

Wie das Windows Phone zeigt der Startbildschirm die verfügbaren Programme als Kacheln an, wobei zwei verschiedene Größen wählbar sind. Alle auf dem PC installierten Programme erscheinen automatisch auf diesem Startbildschirm, so wie sie in früheren Windows-Versionen in das Startmenü einsortiert wurden. Erster wesentlicher Unterschied zu Icons, die Microsoft inzwischen als altmodisch erachtet, sind optionale aktive Inhalte in diesen Kacheln – etwa RSS-Feeds.

Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)
Metro-Startbildschirm (Windows 8 Consumer Preview)

Die Umstellung auf die Metro-GUI bedeutet aber deutlich mehr, als Icons durch Kacheln mit aktiven Inhalt zu ersetzen:

  • Metro-Anwendungen laufen grundsätzlich im Vollbildmodus (abgesehen vom speziellen Arrangement-Feature Metro-Snap). Das seit Jahrzehnten Windows-typische Element der Titelleiste entfällt. Somit lassen sich Metro-Anwendungen weder minimieren, noch in der Größe ändern, noch schließen. Der Wechsel zwischen den Vollbild-Programmen erfolgt durch horizontale Wischbewegungen am Touchscreen, durch Ziehen der vom linken Bildrand zur Mitte oder durch die Tastenkombination [Win]-[Tab] am PC mit konventionellem Monitor.
  • Metro-Apps manuell zu beenden, ist eigentlich nicht vorgesehen und nicht notwendig: Windows 8 sorgt selbständig dafür, dass nicht mehr aktiv genutzte Metro-Apps ausgelagert werden und dann keinerlei CPU-Ressourcen und nur noch geringe Speicherressourcen beanspruchen. Dieser Programm-Zustand nennt sich (im Taskmanager) „Suspended“ und erfolgt bei Nicht-Benutzung einer Anwendung bereits nach wenigen Sekunden. Auf Druck der Beta-Tester hat Microsoft nun aber doch manuelles Beenden eingebaut: Nach Einblenden der aktiven Metro-Apps (Klick auf linke obere Bildschirmecke) kann man nach Rechtsklick die Option „Schließen“ wählen.
  • Die Metro-Oberfläche ist kein bloßes Windows-Design, sondern eine Plattform – Metro-Anwendungen müssen also erst mal entsprechend programmiert werden. Damit ist ein ganz großer Windows-Trumpf, der unüberbietbare Pool an System- und Anwendungs-Software erst Mal in Gefahr: Die Entwickler müssen von der Metro-GUI überzeugt werden (so wie dies etwa für den Firefox-Browser gelungen ist, siehe dazu das Mozilla Wiki). Da dies längst nicht flächendeckend gelingen wird, fährt Windows 8 erst Mal zweigleisig: Der Startdesktop mit der Metro-Oberfläche kann auch beliebige ältere Windows-Programme anzeigen (solche freilich nicht mit aktivem Inhalt) und per Klick oder Touch laden. Dabei wechselt Windows 8 automatisch von der Metro-GUI auf den konventionellen Windows-Desktop – dies sogar optisch garniert mit einem Einblendeffekt. Selbst auf ARM-basierten Smartphones und Tablets will Microsoft vorläufig zweigleisig fahren – Metro plus Desktop.
  • Die stets aktuellen Metro-Bilder (Wetter, RSS-Feed etc.) kosten aufgrund der Cloud-basierten Push-Technologie kaum Rechner-Ressourcen.
  • Das Umschalten von der Metro-Oberfläche zum klassischen Desktop mit Taskleiste und Icons ist in der Windows 8 Preview jederzeit und flüssig mit der Taste [Win] möglich. Eigentliche System-Shell, die beide Oberflächen parallel anbietet, ist nach wie vor der Windows-Explorer.
MetroApp schließen
Metro-Programme lassen sich nach Rechtsklick auf der Miniaturansicht beenden.
Metro-Apps und Taskmanagement unter Windows 8
Metro-Apps werden nach kurzer Inaktivität automatisch ausgelagert (suspended) und schließlich ganz beendet..

Windows 8 enthält ab Werk eine Reihe von Metro-Anwendungen, so etwa der Windows Reader für PDF-Dateien oder der mitgelieferte Remotedesktop. Zahlreiche weitere Metro-Apps sind im Windows Store verfügbar.

Windows 8 Preview mit dem Remotedesktop im Metro-Look
Windows 8 mit dem Remotedesktop im Metro-Look

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Fazit:

  • Der Metro-Startbildschirm ist optisch ansprechend, aber eindeutig für Tablets mit schmaler Software-Ausstattung ausgerichtet. Am konventionellen PC kann er alles andere als überzeugen. Das Scrollen mit dem Mausrad zum gesuchten Programm ist ebenso unproduktiv wie die Auswahl des gewünschten Programms im bunten Teppich der unstrukturierten Kacheln. Die Aussage von Microsoft, das bisherige Startmenü nehme zu viel Platz ein und sei unübersichtlich, wirkt angesichts der Metro-Kacheln im Vollbild einigermaßen absurd.
    Ähnliche Kritik hat Microsoft offenbar von vielen weiteren Testern einstecken müssen. Der wortreiche Blogeintrag vom 11.10.2011 lässt schließen, dass Metro zwar bleibt, aber nochmal von Grund auf überarbeitet wird.
  • Dass Metro-Apps grundsätzlich im Vollbild laufen, ist am Desktop eine generelle Produktivitätsbremse.
  • Das Hereinziehen gestarteter Metro-Apps vom linken Bildschirm, entweder per Hand oder am PC per Mauszeiger, funktioniert überzeugend, einfach und flott. Dabei besteht auch die Möglichkeit, ein Programm rechts oder links in Viertel-Bildschirmgröße anzudocken und den restlichen Bildschirm für ein anderes Programm zu nutzen – der moderne Fenstermodus sozusagen. Auch das ist gelungen (Metro-Snap).
    Allerdings verliert dieses modernere Multitasking am PC nach kurzem Aha-Erlebnis schnell seinen Reiz. Wer sich nicht vom optischen Erlebnis täuschen lässt, wird rasch wieder zum „alten“ Fenster-Management zurückkehren – dieses ist mit Maus und Tastatur einfach funktionaler und schneller.
  • Das Taskmanagement von Metro-Apps hat Esprit, eventuell auch Zukunft. Dass sich das System selbst intelligent um inaktive Programme kümmert, ist eine logische Antwort auf gut ausgestattete moderne Geräte und auf einfache Bedienbarkeit konditionierte Gerätebesitzer. Dabei hinterlässt Windows 8  den Eindruck, dass ihm dieses Taskmanagement recht Ressourcen-schonend gelingt. Aber die kleinen Metro-Apps der Preview-Version sind noch nicht aussagekräftig für den Windows-Alltag…

siehe auch: Defizite der Metro-Programme
Tipp: Tastatur-Kommandos im Metro-Startbildschirm
Tipp: Metro-Startbildschirm anpassen

Air Soccer für Windows 8
Air Soccer und weitere Beispiel-Apps für Metro lassen sich kostenlos aus dem Store herunterladen.

Windows 8: Taskleiste mit Multimonitor-Unterstützung

Windows 8 bringt eine ganz simple Verbesserung, die aber längst überfällig war:
Auf zwei (oder gar mehreren) Monitoren zeigen ältere Windows-Systeme die Taskbar nur auf einem Bildschirm an.

Windows 8 erlaubt nun ganz flexibel

die Anzeige der Taskbar auf nur einem Monitor
die Anzeige derselben Taskbar auf allen Monitoren
die Anzeige je individueller Taskbars auf verschiedenen Monitoren
den Startknopf auf den Monitor der Wahl zu legen.

Dies erlaubt wesentlich großzügigeres Pinnen an die Taskbar sowie die Verwendung von Symbolleisten (Toolbars wie die „Adresse“, „Address“) auf zwei oder mehreren Monitoren. In der Windows-8-Preview ist diese Verbesserung allerdings noch nicht befriedigend zu Ende gedacht: Das Andocken von Programmen und Anlegen von Symbolleisten bleibt der Taskbar auf dem Hauptbildschirm vorbehalten.

Windows 8 mit Multi-Monitor-Taskbar
Überfällige Detailverbesserung: Windows 8 erhält eine Multi-Monitor-Taskbar.

Nach Rechtsklick auf eine freie Stelle der Taskleiste und der Option „Eigenschaften“ aktivieren Sie zunächst „Taskleiste auf allen Anzeigegeräten anzeigen“. Darunter gibt es drei Optionen, alle beziehen sich auf angeheftete und aktive Programme – Systray und Symbolleisten bleiben Privileg des Hauptbildschirms. Die Taskleiste kann auf allen Monitoren alle Programme anzeigen („Alle Taskleisten“) oder auf sekundären Monitoren nur solche, die dort ihr Fenster haben („Taskleiste mit geöffnetem Fenster“). Die mittlere Option sorgt dafür, dass die Leiste des Hauptbildschirms in jedem Fall alle Tasks zeigt – auch solche, die ein anderer Monitor darstellt.
Hintergrundbild festlegen: Nach einem Rechtsklick auf eine freie Stelle des Desktops und Klick aufs „Anpassen“ und auf „Desktophintergrund“ sehen Sie die Standard-Hintergrundbilder. Bei mehreren Monitoren zeigt ein Rechtsklick auf ein Bild drei Möglichkeiten: Sie können das Bild für alle Monitore oder nur für einen bestimmten festlegen. Ein weiterer Monitor kann dann ein anderes Hintergrundbild erhalten.

Windows 8: Touch Keyboard

Windows 8 bietet für Touchscreen-fähige Displays eine virtuelle Tastatur zur Texteingabe per Fingerdruck. Das „Touch Keyboard“ lässt sich in der Taskleiste als gleichnamige Symbolleiste einblenden. Auf diese Weise aktiviert blendet das Symbol jederzeit die virtuelle Tastatur ein. Größe und Position sind dabei variabel. Auf Wunsch kann Windows 8 die Tastatur auch in fester Größe am unteren Bildschirmrand andocken. Das Touch Keyboard vereinnahmt dann genau das untere Drittel des Bildschirm. Umschalttasten wechseln zwischen Texteingabe, Zahlen und Sonderzeichen oder Smileys.

Windows 8: Touch Keyboard in der Taskleiste
Das virtuelle Touch Keyboard lässt sich dauerhaft in der Taskleiste aktivieren.