Archiv der Kategorie: Windows 8

Apfelböck kommentiert Windows 8

Explorer-Hotkeys für Ansichtsoptionen

Windows 8 bietet ein paar praktische Tastenkombinationen zur Darstellung der Dateiobjekte im Explorer-Fenster, aber auch auf dem Desktop:

Strg-Shift-1|2|3|4|5|6|7|8

schaltet die Darstellung sofort um, wobei

Strg-Shift-6 die Detailansicht und

Strg-Shift-8 die Inhaltsansicht aktiviert.

Am Desktop ist die Inhaltsansicht auf anderem Wege nicht zu erreichen und bietet den entscheidenden Vorteil, dass die Icons zuverlässig links oben am Bildschirm positioniert werden.

Strg-Shift-F8-Desktop

Hyper-V

Hyper-V

Erstmals liefert Windows 8 mit Hyper-V eine Virtualisierungssoftware gleich mit – eine exzellente Systembeilage. Hyper-V gibt es allerdings nur in der Windows-8-Professional-Edition. Die Software erlaubt das Anlegen, Ändern und Starten virtueller Gastsysteme unter Windows 8. Dabei bevorzugt Hyper-V Windows-Gastsysteme, unterstützt aber auch namhafte Linux-Distributionen.

Voraussetzungen und Installation
Hyper-V erfordert die 64-Bit-Variante von Windows-8 Pro, weil es AMD/Intel-Virtualisierungsfunktionen für x64-Prozessoren nutzt. Wenn Sie Windows 8 auf einem älteren 64-Bit-Rechner installiert haben, können Sie mit „systeminfo“ vorab prüfen, ob die CPU den Anforderungen entspricht: Am Schluss der Anzeige sollten Sie neben „Anforderungen für Hyper-V“ viermal ein „Ja“ sehen. Der PC sollte außerdem mit mindestens vier GB RAM bestückt sein – mehr ist besser.
Hyper-V ist standardmäßig abgeschaltet und muss über „Systemsteuerung –> Programme und Features –> Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ erst mal nachinstalliert werden. Klicken Sie in dieser Liste auf „Hyper-V“, und bestätigen Sie mit „OK“. Nach dem nächsten Windows-Start finden Sie den „Hyper-V-Manager“ am Startbildschirm. Es handelt sich dabei um die Management-Konsole Virtmgmt.msc, die allerdings nur Bedienung und Oberfläche bereitstellt und auf neu installierten Diensten basiert.

Virtuellen Netzwerk-Adapter einrichten
Bevor Sie virtuelle Computer starten oder installieren, sollten Sie mindestens einen virtuellen Switch anlegen – also eine virtuelle Netzwerkschnittstelle für die Gastsysteme. Der betreffende Punkt findet sich rechts unter „Aktionen“ und nennt sich „Manager für virtuelle Switches“. Wählen Sie unter „Neuer virtueller Switch“ die Voreinstellung „Externes Netzwerk“: Diese offenste Variante ist notwendig, wenn die Gastsysteme eine Verbindung nach außen herstellen, also etwa auch ins Internet gehen sollen.-

Ein virtuelles System konfigurieren
Markieren Sie in der linken Spalte unter „Hyper-V-Manager“ den Namen des aktuellen Rechners. Nun erstellen Sie rechts in der Spalte „Aktionen“ erstellen mit „Neu –> Virtueller Computer“ ein neues virtuelles System. Dabei hilft Ihnen einen Schritt-für-Schritt-Assistent. Sie können aber alle hier getroffenen Einstellungen später noch korrigieren:
Unter „Name und Pfad eingeben“ genügt ein sprechender Name – etwa „Ubuntu 12.10“.
Unter „Speicher zuweisen“ geben Sie eine angemessene RAM-Kapazität an, etwa 2 GB für aktuelle Windows-Systeme.
Unter „Netzwerk konfigurieren“ korrigieren Sie die Vorgabe „Nicht verbunden“ auf den vorher eingerichteten virtuellen Switch.
Unter „Virtuelle Festplatte verbinden“ gibt es eine Anzahl von Optionen. Wir beschreiben hier den insbesondere bei der Erstbenutzung von Hyper-V wahrscheinlichsten Fall: Da noch keine virtuelle Festplatte (Virtual Hard Disk mit der Erweiterung VHD) für Hyper-V vorhanden ist, werden Sie in diesem Dialog die erste Option verwenden wollen – „Virtuelle Festplatte erstellen“. Alle Angaben zu Name, Pfad und Größe können Sie unverändert übernehmen.
Klicken Sie dann auf den Unterpunkt „Installationsoptionen“, und aktivieren Sie dort die Option „Betriebssystem von startfähiger CD/DVD-ROM installieren“. Hier gibt es eine weitere Fallunterscheidung, je nachdem, ob das zu installierende System von einer echten DVD installiert wird oder von einem ISO-Image. Letzteres ist inzwischen sowohl bei Windows-Installationen wie bei Linux-Systemen deutlich verbreiteter. Geben Sie, sofern die Installation von ISO erfolgt, den kompletten Pfadnamen des ISO-Images an. Die Schaltfläche „Durchsuchen“ vereinfacht Ihnen die Eingabe.
Das war dann auch schon der letzte und komplizierteste Schritt: Sie können die Konfiguration des virtuellen Systems jetzt mit „Fertig stellen“ abschließen. Eventuelles Feintuning der virtuellen Systeme ist jederzeit nach Rechtsklick über die „Einstellungen“ möglich.

Hyper-V: Neue virtuelle Maschine einrichten

Virtuelle Systeme starten und nutzen
Um das konfigurierte System zu starten und gegebenenfalls zu installieren, klicken Sie unter „Virtuelle Computer“ mit rechter Maustaste auf das System und wählen erst „Verbinden“ und nach erneutem Rechtsklick die Option „Starten“. Schon kann’s losgehen – das Gastsystem startet in einem Fenster am Windows-8-Desktop. In diesem Fenster bedienen oder installieren Sie es wie gewohnt und können es mit seiner eigenen Oberfläche auch wieder beenden.
Zum Steuern von außen hilft das Hyper-V-Fenstermenü „Aktion“: Hier finden Sie neben „Ausschalten“, „Herunterfahren“ und „Neu starten“ auch noch „Anhalten“ und „Snaphot“. Beim „Anhalten“ werden dem Gastsystem sämtliche CPU-Ressourcen entzogen – sie friert im aktuellen Zustand ein und gibt dadurch dem Windows-8-Hostsystems die volle Rechenpower. Der Speicherinhalt des Gastsystems bleibt aber erhalten, und das virtuelle System läuft nach dem „Fortsetzen“ sofort weiter.
Die Aktion „Snaphot“ ist das Mittel der Wahl, um ohne Risiko Experimente mit Software oder Konfigurationsänderungen anzustellen. Sollte das Experiment schiefgehen, kehren Sie mit „Zurücksetzen“ auf den zuletzt gespeicherten Snapshot zurück.

Fast Boot abschalten

Der hybride Ruhezustand ist ein Problem auf Multiboot-Umgebungen, aber auch dort, wo der Rechner ab und an mit einem Zweitsystem gestartet wird: Für zugegeben deutlich schnelleren Systemstart riskiert man ein defektes Dateisystem. Greift das andere System schreibend auf die NTFS-Partition von Windows 8 zu, drohen beim späteren Windows-8-Start langwierige Checkdisk-Reparaturen, die Fast Boot zeitlich nie mehr einspielen wird.

Der jüngst erlebte Pannenfall auf einer Dualboot-Konfiguration mit Windows 7 / Windows 8 kostete aber nur Zeit und verlief insgesamt noch glimpflich: Windows 8 konnte das Dateisystem offenbar noch reparieren. Es kann passieren, dass dann gar nichts mehr geht.

Ich habe Fast Boot umgehend abgeschaltet. Wie das geht, habe ich an anderer Stelle neutral beschrieben. Nach den jüngsten Erfahrungen empfehle ich das als MUSS auf Multiboot-Systemen.

Tipps zu Windows RT

Windows RT – früher Windows on ARM – ist das Windows für ARM-Architektur.
Entscheidender Nachteil gegenüber dem großen Windows 8: Es kann nur Apps für die Windows-Runtime-API ausführen, klassische x86/x64-Windows-Programme sind nicht kompatibel.

Windows-RT-Tablets sind ideale Geräte zum Lesen, Surfen, Twittern, Skypen, Shoppen, Multimediakonsum, einfache Spiele. Als Produktivgerät taugen sie nicht. Immerhin lässt sich Windows RT an vielen Ecken tunen, und an einigen ist es dringend nötig. Crux ist vor allem eine unfertige Modern UI, die den Benutzer zur Old UI schickt. Die folgenden Tipps basieren auf der Erfahrung mit einem Asus Vivo Tab mit Windows RT.

Limits von RT-Tablets
Ein Tablet mit Windows RT ist aus mehreren Gründen kein Notebook-Ersatz: Das Display ist zu klein und die Bedienung selbst mit Tastatur und externer Maus nicht mit der auf Notebooks oder gar Desktop-PCs vergleichbar. RAM-Speicher und Festplatte setzen klare Grenzen für Software, Multitasking und Datenvolumen. Außerdem unterstützt Windows RT abgesehen vom vorinstallierten Office 2013 und dem Microsoft-Browser kaum produktive Büro-, Bildbearbeitungs- oder DTP-Software.
Wer klassische Windows-Software auf einem Tablet benötigt, muss zu einem Gerät wie Microsoft Surface Pro mit vollwertigem Windows 8 greifen. Dort gelten dann freilich dieselben Einschränkungen beim Display und der Bedienung.

Teure Tastatur braucht nicht jeder
Die Tastatur kostet bei Tablets wie dem Microsoft Surface oder dem Asus Vivo Tab zusätzliche 100 bis 130 Euro. Dafür gibt es eine optisch und technisch genau angepasste Tastatur mit speziellem Anschluss an das Tablet. Je nach Anspruch an das Tablet kann man sich diese Investition aber sparen: Jede beliebige USB-Tastatur aus dem Keller tut es für gelegentliche Arbeiten und zum Konfigurieren des Windows-Tablets auch.

Konfiguration mit externer Tastatur
Für die Erstkonfiguration werden Sie persönliche Ordner erstellen, Verknüpfungen anlegen und in der Systemsteuerung sowie den PC-Einstellungen diverse Anpassungen vornehmen wollen. Für das Einrichten des Geräts empfiehlt sich aus mehreren Gründen eine externe Tastatur.
1. Die Bildschirmtastatur fordert die Hälfte des Displays und behindert dadurch die Übersicht.
2. Die Bildschirmtastatur erscheint nur auf der Modern UI automatisch, sobald man ein Eingabefeld bearbeitet. Auf dem Desktop müssen Sie diese immer explizit starten.
3. Die Bildschirmtastatur ist zum Schreiben ganz komfortabel, aber umständlich für Aktionen wie Kopieren und Einfügen. Für Sonderzeichen wie Backslash oder Doppelpunkt, wie sie beim Einstellen von Pfadangaben ständig anfallen, müssen Sie außerdem ständig den Eingabemodus mit „&123“ wechseln.

Bildschirmtastatur immer griffbereit
Wer keine externe Tastatur angeschlossen, braucht die Bildschirmtastatur stets griffbereit. In der Modern UI erscheint sie automatisch, und am Desktop gibt es für die Taskleiste eine spezielle Symbolleiste:
Aktivieren Sie durch Drücken auf die Taskleiste das Kontextmenü, und wählen Sie dort „Symbolleisten –> Bildschirmtastatur“. Über das kleine Icon starten Sie dann jederzeit die Tastatur.
Windows RT und 8 haben neben dieser neuen Tabtip.exe auch noch das alte Windows-Zubehör Osk.exe (On Screen Keyboard) an Bord. Das ist in vielen Fällen die bessere Alternative, weil es Windows-Tasten, Funktionstasten und Spezialtasten wie „Druck“ oder „Esc“ mitbringt.

Externe USB-Speicher nutzen
Für USB-Sticks und externe USB-Festplatten bietet Windows RT volle Unterstützung inklusive Stromversorgung. Das heißt, dass – wie von Windows gewöhnt – NTFS-, FAT32- und exFAT-formatierte Datenträger erkannt und genutzt werden können. Der USB-Anschluss sorgt außerdem für ausreichende Stromversorgung – eine Tatsache, die bei Apple- und Android-Tablets nicht selbstverständlich ist. Damit sparen Sie sich die Mitnahme eines lästigen USB-Hubs mit eigener Stromversorgung. Allerdings verringern angeschlossene USB-Geräten die Akkulaufzeit deutlich.

Automatisches Bildschirmdrehen verhindern
Wie auf Smartphones oder iPads kann das automatische Drehen des Displays um 90 oder 180 Grad auch auf Windows-8- und Windows-RT-Tablets nerven. Eine Abschaltoption ist auf Windows RT zwar vorhanden, aber alles andere als offensichtlich:
Schieben Sie die Charms-Leiste aus dem rechten Display-Rand, und wählen Sie „Einstellungen“. Wenn Sie auf „Bildschirm“ klicken, sehen Sie oberhalb der Helligkeitsskala ein kleines Bildschirmsymbol mit einem gebogenen Pfeil. Der soll das automatische Bildschirmdrehen symbolisieren. Mit einem Fingertipp auf dieses Symbol ist der Automatismus deaktiviert.

Adaptive Helligkeit abschalten
Auch dieser Automatismus kann nerven: Windows-RT-Tablets passen die Helligkeit des Displays an die äußeren Lichtverhältnisse an. Das soll den Stromverbrauch verringern und dem Benutzer immer ein gut lesbares Display bieten. Das klappt bei Tageslicht ganz gut, bei Nacht und künstlichem Licht eher nicht.
Wenn Sie mit der wechselnden Display-Helligkeit nicht zufrieden sind, sollten Sie die Funktion abschalten: Dazu öffnen Sie über die Charms-Leiste „Einstellungen –> PC-Einstellungen ändern –> Allgemein“. Hier finden Sie etwas weiter unten die Option „Bildschirmhelligkeit automatisch anpassen“, die Sie auf „Aus“ setzen.

Lautsprecherklang optimieren
Von winzigen Tablet-Lautsprechern darf man nicht das ganz große Klangvolumen erwarten. Trotzdem kommt mit etwas Nachhilfe mehr Druck auf die Ohren:
1. In der klassischen Systemsteuerung unter „Sound“ klicken Sie auf der Registerkarte „Wiedergabe“ auf „Lautsprecher“. Unter „Eigenschaften“ finden Sie auf der weiteren Registerkarte „Erweiterungen“ die Optionen der „Bassverstärkung“ und des „Lautstärkeausgleichs“.
2. Noch deutlich mehr erreichen Sie mit einem Player, der einen Equalizer anbietet. Die Musik-App hat nichts dergleichen und der klassische Windows Media Player wurde nicht nach Windows RT kompiliert. Auf der Suche im Windows Store nach einem Player mit Equalizer wird man aber inzwischen fündig: Der MediaMonkey von Ventis Media hat alles, was Sie von einem Musik- und Videoplayer erwarten – unter anderem auch einen Equalizer zur Bass- und Höhenverstärkung. Der Player ist kostenlos, hat aber eine abgeschaltete, kostenpflichtige Sync-Funktion.

Equalizer

Den Desktop bedienbar machen
So angenehm die Bedienung der Kacheloberfläche sein mag, umso mühsamer ist der Gang zum Desktop auf Windows-Tablets. Die winzigen Schaltflächen sind ohne präzise Maus kaum zu treffen. Das Ändern der nativen Auflösung von 1366 x 768 ist nicht zu empfehlen, aber eine ganze Reihe kleinerer Maßnahmen verbessert die Navigation wesentlich:
1. Unter „Systemsteuerung –> Anzeige –> Die Größe aller Elemente ändern“ können Sie Menüeinträge und Schriften durch Anheben des DPI-Werts vergrößern (Dots per inch). Der auf Tablets mögliche Maximalwert von „125%“ ist aber fast schon überdimensioniert für das kleine Display. Probieren Sie einen Zwischenwert wie 115 Prozent.
2. Erstaunlich hilfreich sind die kleinen Anpassungen im selben Dialog unter „Nur die Textgröße ändern“. Besonders „Menüs“, „Titelleisten“ und „Palettentitel“ verdienen größere Schriftgrößen als voreingestellt.
3. Im Windows-Explorer verbieten sich viele PC-Gewohnheiten: Der Navigationsbereich und die Ansichtsoptionen „Details“ und „Liste“ sind praktisch unbenutzbar. Als fingerfreundlich und dabei übersichtlich erweist sich die Ansicht „Inhalt“ – insbesondere nach den Schritten 1 und 2. Am besten setzen Sie diese Ansicht zum Standard via „Ansicht –> Optionen –> Ansicht –> Für Ordner übernehmen“.
4. Denken Sie daran, dass auch am Desktop einige Programme das-Zoomen mit zwei Finger beherrschen: Die Office-13-Komponten können das stufenlos, der Explorer reagiert immerhin mit dem Wechsel der Ansichtsoption.
5. Versetzen Sie die Taskleiste am besten an den rechten Rand (via „Eigenschaften –> Position der Taskleiste“) und verwenden Sie sie nur für absolut notwendige Desktop-Programme. Auch der Desktop-Hintergrund ist auf dem kleinen Display kein geeigneter Startplatz: Es ist unter Windows RT ungleich einfacher und bedienungsfreundlicher, den Startbildschirm als Startrampe auszubauen.

Datei-Manager für die Modern UI
Mit den Desktop-Tipps oben wird der Explorer bedienbar – mit diversen Vorteilen, die er gegenüber anderen Datei-Managern bietet. Trotzdem lohnt sich die Umschau im Windows Store nach Alternativen auf der Kacheloberfläche. Aktuell sind folgende Dateimanager zu empfehlen:
My Explorer“ von Guillermo Rueda arbeitet überwiegend mit Favoriten, die sich der Benutzer selbst einrichtet. Was fehlt, ist ein eingebauter Skydrive-Zugriff.
Files & Folder“ von Boo Studio ist mittlerweile nicht mehr kostenlos (4,99 Euro): Der attraktive Manager bietet eine gute Vorschau, Skydrive-Zugriff, ist aber etwas langsam.
Metro Commander“ stammt ebenfalls von Boo Studio, ist kostenlos, lässt sich aber einzelne Features häppchenweise bezahlen (1,69 Euro pro Stück). Ein paar Euro ist der zweispaltig organisierte Manager mit Drag & Drop, Skydrive-Zugriff und Favoritenleiste aber allemal wert.

Desktop-Kosmetik für Bastler
Windows 8 und RT haben zwei Oberflächen. Deren Bedienkonzept können Sie nicht vereinheitlichen, aber deren Optik:
Verkleinern Sie am Startbildschirm die Gruppen mit zwei Fingern oder Klick auf das kleine Minus ganz unten rechts. Dann fotografieren Sie den Bildschirm mit der Taste [Druck].
Fügen Sie das Bild über „Einfügen“ oder [Strg-V] in eine beliebige Bildbearbeitung wie etwa Windows Paint ein. Danach kopieren Sie nach Wunsch den farbigen Hintergrund über die verkleinerten Gruppen, um diese zu überdecken.
Das Resultat speichern Sie im JPG-Format und verwenden es via „Systemsteuerung –> Anpassung“ als Desktophintergrund.

Der Internet Explorer
Unter Windows RT gibt es momentan nur einen Browser –den Internet Explorer. Damit kann man zwar flott surfen, aber die Favoriten-Verwaltung der RT-Variante ist untauglich und die Desktop-Variante hat die bekannten Bedienprobleme. Ein praktikabler Lösungsvorschlag:
1. Exportieren Sie die Lesezeichen Ihres Lieblingsbrowser – in Chrome etwa über Rechtsklick auf ein Lesezeichen und dann „Lesezeichen-Manager –> Organisieren –> Lesezeichen…exportieren“, in Firefox über [Strg Umschalt B] –> Importieren und Sichern –> Lesezeichen…exportieren“.
2. Sie kopieren die HTML-Datei auf das Tablet und öffnen es mit Doppelklick im Internet Explorer. Danach tippen Sie recht unten auf das Stecknagel-Symbol und wählen „An Start anheften“.
3. Starten Sie den Browser künftig über die neue Kachel im Startbildschirm und damit mit Ihrer Bookmark-Datei.
Wenn Sie eine eigene Web-Seite haben, können Sie die Bookmark-Datei dort lagern.

Plattenplatz und Recovery-Partition
Die Festplattenkapazität auf RT-Tablets reicht typischerweise von 32 GB bis 128 GB. Da 16 GB allein Windows RT fordert und weitere 4 GB eine Recovery-Partition wegnimmt, sind die kleineren Platten schnell voll.
Die Idee, wenigstens die 4 GB der Recovery-Partition zurückzugewinnen, indem man sie auf einen USB-Stick verlagert, ist theoretisch möglich, aber für den geringen Ertrag viel zu aufwändig: Diese Partition muss erst mit Diskpart und „SetID“ und „Assign“ zugänglich gemacht werden. Danach kann über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung –> Wiederherstellungslaufwerk erstellen“ ein bootfähiges USB-Medium mit Notfallsystem erstellt und dieses dann mit den Daten der Recovery-Partition aufgefüllt werden. Viel Aufwand für vier GB: Eine Micro-SD dieser Größe kostet fünf Euro – und der USB-Stick wäre auch nicht umsonst.

Windows RT als „Server“
Ein RT-Tablet hat keine Einschränkungen beim Zugriff auf Netzwerkfreigaben. Alle Windows- oder Samba-Freigaben stehen zur Verfügung. Die Verwendung der neueren Heimnetzgruppe ist ebenfalls vorgesehen, aber es funktioniert auch der Zugriff auf Kontenebene.
Andererseits darf das Tablet keine Daten im Netz freigeben. Dazu heißt es in den PC-Einstellungen unter „Heimnetzgruppe“ nur knapp, „mit dieser Windows-Edition können keine Inhalte mit der Heimnetzgruppe geteilt werden“, und nur der Zugriff auf andere PCs sei möglich.
Ein Blick mit der Dienste-Konsole „Services.msc“ in die laufenden Dienste zeigt, dass der maßgebliche „Server“-Dienst vorhanden und nur deaktiviert ist. Wenn Sie diesen doppelt anklicken, neben „Starttyp“ „Automatisch“ einstellen und dies „Übernehmen“, dann können Sie den „Server“ sofort „Starten“. Und danach verwenden Sie am einfachsten die Konsole „fsmgmt.msc“ („Freigegebene Ordner“). Unter „Freigaben“ und „Neue Freigabe“ geben Sie, wie von jedem Windows gewohnt, Ordner oder Laufwerke im Netz frei.

Windows RT_als_Server

RT-Tablets mit einem externen System booten
Natürlich lässt sich ein Windows-RT-Gerät auch mit einem externen System via USB booten. Vorgesehener Standardfall ist das Windows PE, das sich über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung“ auf einem USB-Stick einrichten lässt. Ein purer Spaß ist das Ganze allerdings nicht: Über die „PC-Einstellungen –> Allgemein –> Erweiterter Start (ganz unten)“ und „Jetzt neu starten“ erscheint als eine Option „Ein Gerät verwenden“ und dort „Universal USB Class Boot“. Danach wird es lästig: Die Systemplatte ist Bitlocker-verschlüsselt und muss erst mal aufgesperrt werden. Dazu braucht es einen zweiten Rechner, über den man via Microsoft-Konto den Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel ermitteln kann. Der Vorgang wird durch relativ klare Anweisungen erleichtert, erfordert aber viel Eingabegeduld. Immerhin hat allein der Recovery-Key 48 Stellen, die man eintippen muss. Der Ablauf garantiert hohe Sicherheit für die Tablet-Daten, aber eine halbe Stunde lästige Arbeit.

 

Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel

Ein paar unentbehrliche Produktiv-Apps aus dem Windows-Store:

Notepad Classic statt einem klassischen Notepad am Desktop ist die pure Erholung…

MFTP ist als FTP-Client unentbehrlich, aber weder hübsch noch besonders komfortabel. Da ist noch detulich Luft nach oben…

Unpacker ist wichtig, weil er im Unterschied zu manchen anderen kostenlosen Apps auch verschlüsselte RAR-Archive entpackt. Optik und Bedienung könnten noch zulegen…

Toolbox zeigt mit zwei bis sechs Fenstern, was die Modern UI alles kann, ist aber derzeit nicht flexibel und funktional genug. Ich sehe keine Möglichkeit, eigene Apps einzubinden. Das Wenige, was geht, gibt die App selbst vor…

Der Windows-Explorer

Der Windows-Explorer ist nicht mit der Windows-GUI (Graphical User Interface) gleichzusetzen, auch wenn er wesentliche Komponenten der grafischen Oberfläche bereitstellt: die Taskleiste mit Start-Menü, die Ordnerfenster mit Such-, Filter- und Sortierfunktionen, die zugleich als Maus-optimierter Datei-Manager arbeiten, nicht zuletzt auch einen Drag & Drop-fähigen Desktop, der vielen Anwendern als zentrale Dateiablage dient. Unter Windows 8 sorgt der Explorer zusätzlich für den neuen Startbildschirm und die Modern UI.
Damit prägt der Windows-Explorer entscheidend die Optik und Bedienung, ist aber trotzdem nur eine im Prinzip austauschbare Software. Hardware, Netzwerk, Dateisystem funktionieren auch ohne ihn, und auch einige entscheidende GUI-Elemente sind, wie die Tabelle zeigt, unabhängig vom Explorer verfügbar.
Das technisch mögliche Ersetzen des Explorers ist aber trotz gewisser Überfrachtung, Intransparenz und Leistungsmängel bei simplen Dateiaktionen kaum verbreitet: Microsoft hat die Windows-User sehr erfolgreich auf den Explorer konditioniert, und alternative grafische Shells oder gar Kommandozeilen-Shells spielen unter Windows keine nennenswerte Rolle.

Explorer und Shell-Eigenschaften
Allgemeines
Shell-Definition unter
HKLM\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon
Shell-Prozesskontext
Benutzerkontext: Shell arbeitet mit den Rechten des aktuellen Users
Shell-Prozesstyp
Anwendungsprogramm mit normaler Priorität
Shell-Funktionen Windows-Explorer Alternative Shells
Programm-Starter
Start-Menü, Symbolleisten, Doppelklick
oft weniger komfortabel
Programm-Kontrolle
Taskleiste, Systray
fehlt
Datei-Manager
Dateiaktionen (lokal, Netz, FTP)
oft schneller und besser
Suche und Filter
Dateisuche, Index, Filter, Stapel
reduzierte Such-und Filteroptionen
Namespace-Ordner
Desktop, Papierkorb, Arbeitsplatz
oft darstellbar, aber nicht voll integriert
Kontextmenüs
für alle Dateiobjekte
theoretisch darstellbar, selten realisiert
Shell-unabhängig
<Strg>-<Alt>-<Del>
Windows-Grundfunktionen (u.a. Task-Manager, Abmelden)
<Win>-<L>
Computer sperren
<Alt>-<Tab>
Task-Umschaltung
<Strg>-<C>  etc.
allgemeine Clipboard-Funktionen
Globale Hotkeys
im Prinzip von jeder Software realisierbar
Drag & Drop
Programm-abhängig
Dateitypen-Erkennung
allgemein zugängliche Registry-Einstellungen
Design
Shell-unabhängiger Windows-Dienst
Hintergrundbild
Shell-unabhängig

Ringstruktur

Ringstruktur: Kernel und User
Je nachdem, welche Befehle der CPU und welchen Speicherbereich ein Prozess nutzen darf, spricht man von einer Privilegien- oder Sicherheitsstufe, die er innehat. Die CPU muss diese Stufen unterstützen, was bei Intel-Prozessoren schon seit der 386-Generation der Fall ist. Nur die systemeigenen Prozesse (Kernel-Modus) laufen im privilegierten Ring 0, alle Prozesse des Benutzers hingegen im Ring 3 (User-Modus). Die Ringe 1 und 2 lassen weitere hierarchische Schichten zu, die Windows jedoch nicht benutzt. Wichtig werden diese Privilegienschichten hingegen für Virtualisierungs-Software wie etwa VMWare.
Unprivilegierte Prozesse außerhalb Ring 0 laufen eingeschränkt und haben keinen direkten Zugriff auf die Hardware. Den Zugriff auf den Speicherbereich anderer Prozesse verhindert die CPU mittels der Memory Management Unit (MMU), die für jeden Prozess die physischen Speicheradressen in virtuelle Adressen und dann wieder zurückübersetzt.
Die Entscheidung der System-Entwickler, welche Subsysteme im privilegierten Ring 0 laufen dürfen, ist immer ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Leistung: Ring 0 mit dem direkten Weg zur Hardware ist immer die schnellere, aber riskantere Option. Ein Beispiel: Unter Windows 2000/XP verlegte Microsoft das Grafik-System aus Geschwindigkeitsgründen in den Ring 0 – mit dem Risiko, dass Bugs in Grafiktreibern das komplette System zum Absturz bringen konnten. In den aktuellen Windows-Versionen läuft der Grafiktreiber wieder in Ring 3 und kann damit nicht mehr das Gesamtsystem gefährden.

Ringschema

Dateisysteme

FAT16 FAT32 exFAT NTFS
kompatibel mit alle alle ausser NT4 Vista SP1, 7, 8 2000, XP, Vista, 7, 8
max. Dateien im Rootordner 512 kein Limit 2.796.202 kein Limit
max. Dateien pro Ordner 1.000,00 kein Limit 2.796.202 kein Limit
max. Volumegröße 2 GB 32 GB (eigtl. 8 TB) 512 TB 256 TB
max. Dateianzahl/Volume 65.524 268.435.456 ? 4.294.967.295
max. Dateigröße 2 GB 4 GB 512 TB 256 TB
max. Clustergröße 32 KB 32 KB 32 MB 64 KB
max. Namenslänge 8+3 255 255 255
Dateirechte nein nein ja ja
Streams nein nein nein ja
Komprimierung nein nein nein ja
Verschlüsselung nein nein nein ja
Quotas nein nein nein ja
Sparse Files nein nein nein ja
Distributed Link Tracking nein nein nein ja
Mount Points nein nein nein ja
Hardlinks + Symlinks nein nein nein ja

Windows-Bootvorgang (Vista, 7, 8)

 

Der Windows-Start bis zum Logon
Komponente Aufgabe
Bios / UEFI initialisiert Hardware nach Power On Self Test (POST)
Bios / UEFI liest Master Boot Record (MBR) und Partition Boot Record (PBR)  von der primären Bootpartition
Bootsektor (MBR) lädt Bootmgr.exe auf der primären Bootpartition
Bootmgr schaltet die CPU vom 16-Bit-Real-Mode in 32-Bit-Protected Mode
Bootmgr zeigt das Bootmenü zur Auswahl des Systems bei mehreren installierten Windows-Versionen
Bootmgr liest Boot Configuraion Data unter \Boot\BCD (BIOS) oder \EFI\Microsoft\Boot (UEFI)
Bootmgr startet je nach BCD-Eintrag Winload oder Winresume (Eintrag nach Abschalten in Ruhezustand)
A. Winresume lädt das System aus der Ruhezustandsdatei Hiberfil.sys
B. Winload lädt Registry HKLM\System
Winload lädt Windows\System32\hal.dll (Hardware Abstraction Layer)
Winload lädt Treiber und Dienste mit Autostart-Flag (HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services)
Winload lädt Windows\System32\ntoskrnl.exe
Ntoskrnl zeigt Startanimation
Ntoskrnl startet eventuelle BootExecute-Aufgaben (HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SessionManager)
Ntoskrnl lädt Kernel-Subsystem, Memory Manager, Process Manager, Session Manager SMSS.exe
SMSS initialisiert Pending Operations, Auslagerungsdatei
SMSS lädt Registry-Zweig HKLM vollständig
SMSS lädt Win32-Subsysteme Win32k.sys (Kernel-Mode) und Csrss.exe (User-Mode)
SMSS lädt Wininit.exe und Winlogon.exe
Winlogon lädt Userinit.exe und Lsass.exe (Authentifizierungsdienst)
Userinit lädt User-Shell Explorer und zeigt den Logon-Dialog

Der Startvorgang von der BIOS-/UEFI-Firmware bis zum Windows-Anmeldebildschirm ist wesentlich komplexer als die oben abgebildete Liste das skizziert. Die wesentlichen Stationen sind aber genannt: Das minimale Ladeprogramm des Bootsektors findet und lädt am primären Bootlaufwerk die Bootmgr.exe. Damit übernimmt Windows das Kommando über den Rechner und schaltet ihn in den Protected Mode. Im BDC-Speicher findet Bootmgr, ob das einzige vorhandene oder das vom Benutzer ausgewählte Windows zuletzt „Heruntergefahren“ oder in der „Ruhezustand“ versetzt wurde. Im ersten Fall zeigt der BCD-Eintrag die Winload.exe, andernfalls die Winresume.exe.
Winresume kann die Initialisierungsvorgänge allesamt überspringen, insofern es den Zustand der letzten Windows-Sitzung aus der Ruhezustandsdatei Hiberfil.sys übernimmt und in den Speicher schreibt. Winresume stellt auch die User-Session (mit Desktop-Zustand, Programmen, User-Registry) wieder her.
Winload muss den Systemzweig der Registry einlesen, um zu wissen, welche Treiber und Dienste es starten soll. Außerdem lädt es den Hardware Abstraction Layer – die Vermittlungsschicht zwischen der physischen Hardware und der System- und Anwendungssoftware, die nur über die HAL-Abstraktionsschicht auf Hardware zugreifen darf.
Danach lädt Winload die Ntoskrnl.exe, deren Hauptaufgabe im Initialisieren der wichtigsten Systemkomponenten besteht: Kernel, Speichermanagement, Prozessmanagement, Sitzungsmanager, Input/Out-System. Der Session-Manager Smss.exe lädt wiederum die Ring-0-Sitzung für den privilegierten Kernelmode (Win32k.sys) und den User-Mode für die Benutzersitzungen (Csrss.exe). Dann geht’s über die Wininit.exe, Winlogon.exe schließlich zur Userinit.exe, welche die Windows-Shell (Explorer) startet und den Anmeldebildschirm präsentiert.

Windows-Start