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Windows-Reparaturen

Windows 7 und 8 sind stabile Systeme. Trotzdem ist es beruhigend zu wissen, dass es bei Pannen ein ganzes Arsenal an Reparaturfunktionen gibt. Ein stotterndes Windows ist noch lange nicht tot, Ihre Benutzerdaten schon gar nicht.

Es ist erfreulich, dass die Systemkatastrophen seltener werden. Andererseits führt das dazu, dass Windows-Nutzern die Pannen-Kompetenz abhanden geht. Da wird dann schon bei harmlosen Problemen schnell formatiert und neu installiert. Falsch: Lesen Sie hier, welche weitreichenden Reparaturen Windows und das Windows-Zweitsystem beherrschen (WinRE: Windows Recovery Environment).

1. Datenrettung mit „Vorgängerversionen“ in Windows 7

Alle Windows-7-Editionen besitzen eine stille Backup-Funktion von Benutzerdateien, die Microsoft in Windows 8 wieder abgeschafft hat. Die Funktion arbeitet so dezent im Hintergrund, dass viele Windows-Benutzer sie offenbar schlicht übersehen oder vergessen. Deshalb hat Microsoft diese „Vorgängerversionen“ unter Windows 8 durch die aktivere Komponente „Dateiversionsverlauf“ ersetzt. Die ist zwar voll in Ordnung, aber die Lösung unter Windows 7 ist mindestens ebenbürtig.

Benutzerdateien wiederherstellen: Mit den „Vorgängerversionen“ können Sie verlorene Benutzerdateien (Text, Musik, Bilder) wiederherstellen oder defekte durch ältere, bessere Dateiversionen ersetzen. Das Zurückschreiben funktioniert nach einem Rechtsklick auf Ordner und Dateien mit der Option „Vorgängerversionen wiederherstellen“. Wenn Sie diese anklicken, erhalten Sie ein Fenster, das die verfügbaren Kopien mit Datumsangabe auflistet. Nachdem Sie eine Version markiert haben, können Sie diese Vorgängerversion im Explorer anzeigen („Öffnen“), an einen Ort Ihrer Wahl speichern („Kopieren“) oder an den ursprünglichen Ort zurückspeichern („Wiederherstellen“).

Komplett gelöschte Dateien oder Ordner können Sie natürlich nicht rechts anklicken. Hier wählen Sie „Vorgängerversionen wiederherstellen“ für den übergeordneten Ordner, klicken bei der gewünschten Version auf „Öffnen“ und ziehen nun Datei oder Ordner aus dem Explorer-Fenster an ein Ziel Ihrer Wahl.

Die Funktion berücksichtigt nur Änderungen: Gibt es keine älteren Versionen, dann wurde die Datei offenbar nie geändert. Bei jeder Datei, die Sie mindestens einmal geändert haben und die mindestens einen Wiederherstellungspunkt erlebt hat (sich also länger als einen Tag auf der Festplatte befindet), finden Sie eine oder mehrere ältere Versionen.

Einstellungen prüfen: Der Umfang der gesicherten Daten richtet sich nach den Werten, die unter „Computerschutz“ für die Partitionen eingestellt sind. Welche Laufwerke diesen Schutz erhalten sollen und in welchem Umfang (Plattenplatz), können Sie unter „Systemsteuerung –> System –> Computerschutz “ selbst bestimmen.

Sollte dort der Schutz für ein Laufwerk ausgeschaltet sein („Aus“), auf dem wichtige Benutzerdateien liegen, markieren Sie es in der Liste und klicken auf „Konfigurieren“. Im folgenden Fenster wählen Sie die Option „Systemeinstellungen und vorherige Dateiversionen wiederherstellen“. Darunter können Sie mit dem Schieberegler einstellen, wie viel Speicherplatz dadurch maximal belegt werden darf. Sicherheitsbewusste können bis zu 20 Prozent investieren. Ist der erteilte Platz nach einiger Zeit belegt, werden automatisch die ältesten Sicherungen gelöscht.

Systemschutz
„Vorherige Dateiversionen“ unter Windows 7: In dieser Windows-Version lohnt sich ein großzügig eingestellter Systemschutz auch auf Datenpartitionen.

2. Systemreparatur im laufenden System

Bei Software- oder Systemfehlern, die Windows nicht am ordnungsgemäßen Start hindern, verwenden Sie die eingebaute Systemwiederherstellung. Sie finden diese wichtige Funktion unter „Systemsteuerung –> System –> Computerschutz –> Systemwiederherstellung“. Windows bietet hier von sich aus den letzten Wiederherstellungspunkt an, Sie können sich aber auch ältere anzeigen lassen. Mit Markieren des Eintrags und „Weiter“ setzen Sie das System auf diesen früheren Zustand und beseitigen damit akute Probleme, die Sie sich durch eigene Konfigurationsfehler oder eine Software-/Treiber-Installation eingehandelt haben. Die Maßnahme berücksichtigt Systemordner, den Programme-Ordner sowie die Registry und ist eine zuverlässige Methode, um akute Fehler zu beseitigen.

Tipp: Stellen Sie unter „Computerschutz“ unbedingt sicher, dass der Schutz mindestens auf der Systempartition aktiv ist – also „Ein“ anzeigt. Sie verbessern die Systemsicherheit zusätzlich, wenn Sie vor systemrelevanten Aktionen manuell einen Wiederherstellungspunkt anlegen. Dies geschieht unter „Systemsteuerung –> System –> Computerschutz“ mit der Schaltfläche „Erstellen“.

Hintergrund zum Computerschutz: Einmal täglich und wenn Updates und Installationen dies fordern, macht Windows einen Snapshot geänderter Systemdateien. Windows 7 berücksichtigt dabei auch Benutzerdateien (siehe Punkt 1) Um den Platzbedarf zu minimieren, speichert Windows in diesen Snapshots nur die geänderten Blöcke von Dateien und Ordnern, die sich seit dem letzten Systemwiederherstellungspunkt ergeben haben. Speicherort ist der versteckte und selbst mit Admin-Rechten unzugängliche Ordner „System Volume Information“ auf jeder Partition.

3. Erweiterte Startoptionen nach F8

Wenn Windows 7 oder 8 nicht mehr startet, nutzen Sie den „Abgesicherten Modus“ oder „Computer reparieren“ (Standard-Notfallsystem). Nach den Bios-Routinen kommen Sie beim Systemstart mit Taste F8 an den Bildschirm „Erweiterte Startoptionen“ mit einem textbasierten Menü, wo Sie mit Cursor-Taste die gewünschte Option auswählen.

F8 drücken? Das ist leichter gesagt als getan: Wenn auf Ihrem PC nur ein Windows-System vorhanden ist und folglich kein Bootmanager-Auswahlmenü erscheint, ist es schwierig, den richtigen Moment für F8 abzupassen: Während der Bios-Initialisierungen ist es zu früh, sobald der Windows-Kernel lädt, zu spät. Drücken Sie daher gleich nach dem Einschalten des PC mehrfach F8.

Tipp: Wenn Sie einen um zwei Sekunden verlängerten Systemstart akzeptieren können, hilft ein Trick. Sie erzeugen auf der Kommandozeile mit Admin-Rechten und den Befehlen

bcdedit /copy {current} /d "Dummy-OS"
bcdedit /timeout 4

einen zweiten Eintrag im Bootmanager. Somit bleiben immer vier Sekunden, um mit [F8] die „Erweiterten Startoptionen“ zu aktivieren.

ErweiterterStart
Reparaturoptionen nach F8: Am wichtigsten sind „Computer reparieren“ und „Abgesicherter Modus“. Das Menü zeigt weitere unten noch weitere Debug-Optionen.

4. Immer erst den „Abgesicherten Modus“ versuchen

Mit dem „Abgesicherten Modus“ starten Sie immer noch das Windows-Hauptsystem, allerdings mit wenigen Standardtreibern und ohne Software-Autostarts. Äußerlich erkennen Sie ein abgesichertes Windows sofort an der ungewohnten Bildschirmauflösung. Der Modus ist das ideale Instrument, um Treiber- und Software-Probleme zu beheben, also durch De-Installation wieder vom System zu schaffen. Wenn Sie sich unschlüssig sind, welche Komponenten im Geräte-Manager (Hardware-Treiber) oder unter Systemsteuerung –> Programme und Features“ (Software) zu entfernen sind, können Sie im „Abgesicherten Modus“ die Systemwiederherstellung starten und darauf vertrauen, dass diese einen jüngst installierten Störenfried zuverlässig beseitigt.

5. „Computer reparieren“: Zweitsystem WinPE

Auf jeder Windows-Setup-DVD, aber auch auf der Festplatte unter \Recovery befindet sich das Zweitsystem „Windows Recovery Environment“ (WinRE), das ein kaputtes Windows von außen reparieren kann. WinRE basiert auf dem Minisystem Windows PE („Windows Preinstallation Environment“). Um die Begrifflichkeit zu vereinfachen, sprechen wir generell von WinPE.

Sie starten WinPE, indem Sie nach [F8] unter “Erweiterte Startoptionen“ den Eintrag „Computer reparieren“ wählen. Damit lädt WinPE und zeigt Reparaturoptionen. Die Darstellung unterscheidet sich zwischen Windows 7 und 8 erheblich, funktional sind sich die beiden Zweitsysteme aber sehr ähnlich.

Startumgebung reparieren: Die „Systemstartreparatur“ in WinPE von Windows 7 durchsucht die Festplatten nach Windows-Installationen und erneuert dann die Startumgebung entsprechend. Diese Möglichkeit sollten Sie ausprobieren, wenn das BIOS nach dem Start kein Betriebssystem findet.

Im verschachtelten WinPE von Windows 8 finden Sie diese Systemstartreparatur unter „Problembehandlung –> Erweiterte Optionen –> Automatische Reparatur“.

Wiederherstellungspunkt zurückschreiben: Der nächste Punkt in WinPE von Windows 7 lautet „Systemwiederherstellung“. Hier können Sie vom Zweitsystem aus das defekte Hauptsystem auf einen älteren Zustand zurücksetzen. Das funktioniert genauso wie bei Systemwiederherstellung im laufenden Hauptsystem, indem Sie den jüngsten Wiederherstellungspunkt oder einen anderen auswählen und auf „Weiter –> Ja“ klicken.

Im WinPE von Windows 8 finden Sie den Punkt unter „Problembehandlung –> Erweiterte Optionen –> System wiederherstellen“.

Gesamtsicherung zurückschreiben: Mit der „Systemabbild-Wiederherstellung“ in WinPE von Windows 7 können Sie ein defektes System durch ein früher gesichertes Systemabbild ersetzen. Das setzt voraus, dass Sie über „Systemsteuerung –> Sichern und Wiederherstellen“ (Windows 7) oder „Systemsteuerung –> Windows 7-Dateiwiederherstellung“ (Windows 8) in jüngerer Vergangenheit die Sicherungsfunktion „Systemabbild erstellen“ ausgeführt haben.

Im WinPE von Windows 8 finden Sie den Punkt unter „Problembehandlung –> Erweiterte Optionen –> Systemimage-Wiederherstellung“.

Eingabeaufforderung: Dieser Punkt ist in vielen Fällen der wichtigste. WinPE hat zwar keinen grafischen Dateimanager, aber mit der Eingabeaufforderung kommen Sie an alle Ordner und Daten und können Sie mit „Copy“, „Xcopy“ oder „Robocopy“ auf ein anderes Laufwerk transportieren. Außerdem starten Sie über den Prompt beliebige externe Hilfsmittel wie etwa einen Total Commander oder 7-Zip-Packer. Beachten Sie dabei aber die Einschränkungen von 64-Bit-Zweitsystemen (siehe unten, Anmerkung 1).

Im WinPE von Windows 8 finden Sie den Punkt unter „Problembehandlung –> Erweiterte Optionen –> Eingabeaufforderung“.

Win7RE
Notfallsystem von Windows 7: Der einfache Dialog bietet Zugang zur Systemwiederherstellung und mit der Eingabeaufforderung eine Startrampe für Tools.
Win8RE
Notfallsystem von Windows 8 (Montage): Hinter dem schickeren Outfit verbergen sich die Funktionen des Vorgängers. Hinzu kommen „Refresh“ und „Reset“.

6. Einen „Systemreparaturdatenträger“ erstellen

WinPE lässt sich problemlos auf externe Datenträger kopieren. Das ist ratsam, weil nicht nur Windows, sondern auch das auf Festplatte vorinstallierte WinPE defekt sein kann. Außerdem können Sie dieses mobile Minisystem bequem um zusätzliche Tools erweitern.

In Windows 7 finden Sie in der Systemsteuerung den Punkt „Sichern und Wiederherstellen“ und dort „Systemreparaturdatenträger erstellen“. Unter Windows 8 erscheint diese Option unter „Wiederherstellung –> Wiederherstellungslaufwerk erstellen“. Hier in Windows 8 ist es dann auch vorgesehen, als Medium CD, DVD oder ein USB-Laufwerk anzusteuern.

Workaround für Windows 7: Das ältere Windows 7 bietet für den Systemreparaturdatenträger nur CD und DVD an. Um das Zweitsystem wie unter Windows 8 auf einem beschreibbaren USB-Stick unterzubringen, sind einige Zwischenschritte nötig:

1. Sie kopieren WinPE zunächst wie vorgesehen mit dem Systemsteuerungs-Applet auf eine CD.

2. Sie verwenden in Imgburn die Option „Imagedatei von Disc erstellen“, um WinPE nun wieder in ein ISO-Image auf die Festplatte zurückzuholen.

3. Sie laden das ISO-Image mit Virtual Clone Drive als virtuelles Laufwerk.

4. Nun bearbeiten Sie mit „diskpart“ den eingelegten USB-Stick: Mit „list disk“ erfahren Sie die Kennnummer des Sticks, den Sie dann mit

select disk [Nummer des USB-Sticks]

auswählen und mit „clean“ komplett säubern. Achten Sie dabei unbedingt darauf, das richtige Laufwerk anzusprechen! Dann richten Sie mit „create partition primary“, wählen diese mit „select partition 1“ und machen Sie mit „active” boot-fähig. Mit

format fs=fat32
assign

formatieren Sie mit FAT32 und vergeben einen Laufwerkbuchstaben.

5. Nun kopieren Sie den Inhalt des ISO-Images – nicht die ISO-Datei! – auf den bootfähigen Stick, den Sie um beliebige Tools erweitern können. Achten Sie dabei auf die passende Architektur – 32 Bit oder 64 Bit.

Windows Recovery Environment
Erweitertes Notfallsystem: Das Notfallsystem WinPE bringen Sie unter Windows 8 mühelos, unter Windows 7 mit etwas Aufwand auf einen USB-Stick.
Wiederherstellungslaufwerk
Windows 8 bietet auch USB-Sticks an: Ein „Wiederherstellungslaufwerk“ auf USB-Stick richten Sie unter „Systemsteuerung –> Wiederherstellung“ ein.

7. Für Bastler: DISM erweitert das Notfallsystem

Das „Deployment Image Servicing and Management Tool“ Dism.exe gehört unter Windows 7 und 8 zum Standardinventar. Dieses Tool lädt den Inhalt von WIM-Dateien (Windows Images) in ein beliebiges Verzeichnis und schreibt Änderungen danach wieder in das Windows-Image zurück. Es ist das Standardwerkzeug für angepasste OEM- Setups von Windows 7 oder Windows 8 sowie für angepasste Notfallsysteme (WinPE).

Und damit sind wir beim Thema: WinPE-Systeme befinden sich immer in einer einzigen Datei: \Sources\Boot.wim auf externen Reparaturdatenträgern, \Recovery\[…]\Winre.wim auf der Festplatte. Daher ist es nicht ohne Umweg möglich, das WinPE zu verändern oder zu erweitern. Dism kann das: Es muss auf einer mit Administratorrechten gestarteten Cmd.exe genutzt werden. Mit

dism /Mount-Wim /Wimfile:G:\sources\boot.wim /index:1 /Mountdir:C:\wim

Der Befehl lädt das erste Image (“Index:1″) aus der WIM-Datei (unter G:\Sources) in das Zielverzeichnis C:\wim. Das Zielverzeichnis muss existieren und leer sein. „Index“ muss immer angegeben werden, obwohl die WIM-Dateien von Windows PE nur ein System beinhalten (anders als die Install.wim beim Setup). Der Vorgang kann dann je nach Quell-Laufwerk einige Zeit dauern, danach steht der Inhalt des Images im Verzeichnis C:\wim zur Bearbeitung bereit. Sie können sowohl den „Programme“-Ordner, noch besser „System32“ mit weiteren Tools bestücken. Achten Sie auch hier wieder auf die passende Architektur der Software– 32 Bit oder 64 Bit. Nützliche Kandidaten sind der Total Commander, ein Hex-Editor, einen Bildviewer oder ein Undelete-Werkzeug wie Recuva.

Nach den gewünschten Änderungen schreibt der folgende Befehl das komplette geänderte Image in die WIM-Datei zurück. Entscheidend ist der Schalter „/commit“:

dism /Unmount-Wim /Mountdir:C:\wim /commit

Dieser Befehl kann natürlich nur auf beschreibbaren Medien funktionieren.

Dism
Windows-Image mit Dism bereitstellen: Nach dieser Aktion liegen die Dateien des Mini-Systems im Zielordner und können mit dem Explorer bearbeitet werden.

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Anmerkung 1: Windows PE mit 32 Bit und 64 Bit
Beim Einsatz und beim manuellen Ausbau eines Windows-PE-Zweitsystems müssen Sie eine Eigenheit des Minisystems einkalkulieren: Anders als ein „großes“ 64-Bit-Windows bringt das 64-Bit-Notfallsystem kein Subsystem für 32-Bit-Software mit. Das heißt, dass Sie hier ausschließlich 64-Bit-Software starten sowie erfolgreich integrieren können. Wenn Sie 32-Bit-Software aufrufen, erhalten Sie eine Fehlermeldung, die klarste noch auf der Kommandozeile: „Das zum Unterstützen des Abbildtyps erforderliche Subsystem ist nicht vorhanden“.

Das vorinstallierte Notfallsystem auf der Festplatte hat immer dieselbe Architektur wie das Hauptsystem (siehe Basisinformationen nach [Win Pause]). Halten Sie daher eventuelle zusätzliche Tools wie den Total Commander immer in der richtigen Variante bereit.

Anmerkung 2: Registry mit Zweitsystem reparieren
Das Zweitsystem hat das Standardwerkzeug Regedit.exe an Bord, das beim Start zunächst die eigene Registry, also die des Zweitsystems anzeigt. Regedit kann aber auch auf die Registry des Hauptsystems zugreifen und diese bearbeiten. Dazu markieren Sie den Hauptschlüssel „Hkey_Local_Machine“ mit der Maus und wählen „Datei, Struktur laden“. Im daraufhin erscheinenden Dialog können Sie eine Registry-Datei vom Hauptsystem laden. Die Registry-Dateien befinden sich auf der Windows-Partition des Hauptsystems unter „\Windows\System32\config“. Hauptkandidat für Reparaturen bei ernsthaften Bootproblemen ist die Datei „SYSTEM“. Wenn Sie eine Registry-Datei in der beschriebenen Weise über „Struktur laden“ einlesen, fragt Sie Regedit nach einem Namen. Geben Sie etwa „ZZZ“, dann finden die importierte Datei unter „Hkey_Local_Machine\ZZZ“. Unter „ZZZ“ erscheint dann der importierte Registry-Teil des Hauptsystems mit allen Unterschlüsseln. Diese können Sie wie gewohnt bearbeiten. Wenn Sie anschließend „Datei, Struktur entfernen“ wählen, werden die Reparaturen in die defekte Datei des Hauptsystems zurückgeschrieben.

Diese Methode der Registry-Reparatur ist nur sinnvoll, wenn Sie von vornherein exakt wissen, wo der Fehler liegt, und ferner wissen, dass es sich um ein punktuelles Problem handelt, das mit einem manuellen Eingriff zu beseitigen ist. In der Regel trifft das nur für fehlerhafte Einträge unter „Hkey_Local_Machine\System\MountedDevices“ oder unter „Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet“ zu.

Regedit.StrukturLaden
Regedit importiert Registry-Dateien aus anderen Windows-Installationen. Damit kann ein Zweitsystem die Registry-Fehler des Hauptsystems korrigieren.

Explorer-Hotkeys für Ansichtsoptionen

Windows 8 bietet ein paar praktische Tastenkombinationen zur Darstellung der Dateiobjekte im Explorer-Fenster, aber auch auf dem Desktop:

Strg-Shift-1|2|3|4|5|6|7|8

schaltet die Darstellung sofort um, wobei

Strg-Shift-6 die Detailansicht und

Strg-Shift-8 die Inhaltsansicht aktiviert.

Am Desktop ist die Inhaltsansicht auf anderem Wege nicht zu erreichen und bietet den entscheidenden Vorteil, dass die Icons zuverlässig links oben am Bildschirm positioniert werden.

Strg-Shift-F8-Desktop

Shell-Erweiterung 7z-Encryption

Klar hat jeder Vernunftbegabte das Unbehagen im Hinterkopf, wenn er unverschlüsselte Dateien in die Cloud stellt, die höchst private oder gar sensible Informationen enthalten. Aber wie es so oft läuft: Es ist im Moment einfach zu lästig und zeitaufwändig, extra ein Verschlüsselungs-Tool anzuwerfen…

So ging’s mir oft genug. Jetzt habe ich mal ein paar Stunden geopfert und eine technisch simple, trotzdem komfortable und einfache Lösung gebastelt. Sie basiert auf dem Open-Source-Packer 7-Zip, der eine sichere Verschlüsselung bietet, sofern das Kennwort ausreichend lang und komplex ist. Das Ergebnis liegt hier:
Für Windows: 7zEnc-Windows
Für Ubuntu: 7zEnc-Ubuntu
Für Linux Mint: 7zEnc-Mint

Zum Einsatz unter Windows:

  • Zip-Archiv entpacken
  • Den Ordner 7zEnc an einen beliebigen Ort verschieben, wo er dann dauerhaft bleibt
  • Die Datei 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd starten (mit der Option „Als Administrator ausführen“)
  • Die Datei 7zEnc.cmd öffnen und das von mir voreingestellte Standardpasswort „linuX*Welt_2Ol5-05/HA“ zweimal ändern (also an beiden Stellen). Es darf auch länger werden. Das Längenlimit des 7-Zip-Kennworts ist mir nicht bekannt und war nicht zu recherchieren. Mein eigenes Kennwort hat derzeit 32 Zeichen. Länge und Komplexität sind deshalb kein Problem, weil Sie das Kennwort nicht manuell eingeben müssen.
  • Im Explorer steht nun nach Rechtsklick auf Ordner und Dateien das zusätzliche Kontextmenü „7z-Encryption“ bereit. Verschlüsselte Dateien erhalten die künstliche Extension 7zEnc. Daran erkennt die Shell-Erweiterung, wenn es Daten auspacken soll.

Sie haben 7-Zip sowieso an Bord?
Auch dann können Sie den oben beschriebenen Weg gehen. Nötig ist das aber nicht:
Es genügt, die beiden Batchdateien 7zEnc.cmd und 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd in das Programmverzeichnis von 7-Zip zu kopieren. Dort laden Sie dann die Batchdatei 7zEnc_Register_[Als_Administrator].cmd und setzen das eigene Kennwort in die 7zEnc.cmd ein…

Das kleine Tool ist unter Windows 7 und 8 explizit getestet und dort seit Jahren erfolgreich im Einsatz. Es gibt aber keinen plausiblen Grund, warum es unter XP und Vista nicht laufen sollte.

Zum Einsatz unter Ubuntu:
Installieren Sie zunächst, sofern noch nicht geschehen, den 7Zip-Packer sowie das Tool Nautilus-Actions. Bei letzterem handelt es sich um ein Konfigurationswerkzeug für den Ubuntu-Dateimanager Nautilus:
sudo apt-get install p7zip-full
sudo apt-get install nautilus-actions
Starten Sie dann das Nautilus-Actions Configuration Tool über das Dash (Super- oder Windows-Taste). Es findet sich dort als „Einstellungen für Nautilus-Aktionen“. Über „Werkzeuge -> Importassistent“ lesen Sie dann die beiden Dateien mit der Endung .desktop, die Sie über den oben genannten Download erhalten. Klicken Sie dann auf den „Speichern“-Button in der Werkzeugliste oben links.
Der Dateimanager Nautilus zeigt nun nach Rechtsklick auf ein Dateiobjekt (Datei oder Verzeichnis) den neuen Eintrag „7z-Verschlüsseln“. Damit wird das Objekt automatisch im aktuellen Ordner mit dem Standardpasswort verschlüsselt, eingepackt und mit der Endung „.7zEnc“ versehen. Umgekehrt erkennt Nautilus gepackte Archive an der künstlichen Extension „7zEnc“ und entpackt sie mit dem Kontextmenü „7z-Entschlüsseln“ im aktuellen Verzeichnis. Ob die beiden neuen Kontexteinträge unter Nautilus separat auftauchen, können Sie in Nautilus-Actions über das Menü „Bearbeiten -> Einstellungen -> Laufzeiteinstellungen -> Nautilus-Menüanordnung“ steuern..
Wie unter Windows müssen Sie das voreingestellte Passwort durch ein persönliches ersetzen. Gehen Sie dazu in Nautilus-Actions auf die Registerkarte „Befehl“ und schreiben Sie nach „-p“ Ihr Wunschkennwort. Es muss wie das vorgegebene in einfachen Anführungszeichen stehen und für beide Einträge genau identisch sein.

Zum Einsatz unter Linux Mint:
Falls noch nicht geschehen, installieren Sie wie unter Ubuntu beschrieben den 7z-Packer nach. Der Standard-Dateimanager Nemo unter Mint braucht dann keine weitere externe Hilfe. Es genügt, unter /home/[user]/.local/share/nemo/actions einige Scripts zu hinterlegen. Falls dieser Ordner noch nicht existiert, legen Sie ihn einfach manuell an. Für die zusätzlichen benutzerdefinierten Kontextmenüs benötigen Sie jeweils eine Datei mit der Endung .nemo_action und für unseren Fall noch zwei winzige Shell-Scripts. Alle vier Dateien erhalten Sie über den oben genannten Download. Kopieren Sie diese einfach nach ~/.local/share/nemo/actions. Damit ist die bequeme Verschlüsselung sofort einsatzbereit.
Unter Mint gilt wie schon für Windows und Ubuntu angesprochen: Sie müssen unser vorgegebenes Passwort durch ein persönliches ersetzen. In diesem Fall geschieht dies in den beiden Shell-Scripts 7z-Entschlüsseln.sh und 7z-Verschlüsseln.sh.

Wenn Sie mehrere PCs und Notebooks verwenden, richten Sie die 7z-Verschlüsselung zum bequemen Datenaustausch auf allen Geräten mit identischen Kennwort ein. Sollten Sie irgendwann die Notwendigkeit sehen, das Kennwort zu ändern, muss dies auf allen Geräten erfolgen. Außerdem müssen Sie alle bereits verschlüsselten Archive zunächst mit dem alten Kennwort auspacken.

Fast Boot abschalten

Der hybride Ruhezustand ist ein Problem auf Multiboot-Umgebungen, aber auch dort, wo der Rechner ab und an mit einem Zweitsystem gestartet wird: Für zugegeben deutlich schnelleren Systemstart riskiert man ein defektes Dateisystem. Greift das andere System schreibend auf die NTFS-Partition von Windows 8 zu, drohen beim späteren Windows-8-Start langwierige Checkdisk-Reparaturen, die Fast Boot zeitlich nie mehr einspielen wird.

Der jüngst erlebte Pannenfall auf einer Dualboot-Konfiguration mit Windows 7 / Windows 8 kostete aber nur Zeit und verlief insgesamt noch glimpflich: Windows 8 konnte das Dateisystem offenbar noch reparieren. Es kann passieren, dass dann gar nichts mehr geht.

Ich habe Fast Boot umgehend abgeschaltet. Wie das geht, habe ich an anderer Stelle neutral beschrieben. Nach den jüngsten Erfahrungen empfehle ich das als MUSS auf Multiboot-Systemen.

Tipps zu Windows RT

Windows RT – früher Windows on ARM – ist das Windows für ARM-Architektur.
Entscheidender Nachteil gegenüber dem großen Windows 8: Es kann nur Apps für die Windows-Runtime-API ausführen, klassische x86/x64-Windows-Programme sind nicht kompatibel.

Windows-RT-Tablets sind ideale Geräte zum Lesen, Surfen, Twittern, Skypen, Shoppen, Multimediakonsum, einfache Spiele. Als Produktivgerät taugen sie nicht. Immerhin lässt sich Windows RT an vielen Ecken tunen, und an einigen ist es dringend nötig. Crux ist vor allem eine unfertige Modern UI, die den Benutzer zur Old UI schickt. Die folgenden Tipps basieren auf der Erfahrung mit einem Asus Vivo Tab mit Windows RT.

Limits von RT-Tablets
Ein Tablet mit Windows RT ist aus mehreren Gründen kein Notebook-Ersatz: Das Display ist zu klein und die Bedienung selbst mit Tastatur und externer Maus nicht mit der auf Notebooks oder gar Desktop-PCs vergleichbar. RAM-Speicher und Festplatte setzen klare Grenzen für Software, Multitasking und Datenvolumen. Außerdem unterstützt Windows RT abgesehen vom vorinstallierten Office 2013 und dem Microsoft-Browser kaum produktive Büro-, Bildbearbeitungs- oder DTP-Software.
Wer klassische Windows-Software auf einem Tablet benötigt, muss zu einem Gerät wie Microsoft Surface Pro mit vollwertigem Windows 8 greifen. Dort gelten dann freilich dieselben Einschränkungen beim Display und der Bedienung.

Teure Tastatur braucht nicht jeder
Die Tastatur kostet bei Tablets wie dem Microsoft Surface oder dem Asus Vivo Tab zusätzliche 100 bis 130 Euro. Dafür gibt es eine optisch und technisch genau angepasste Tastatur mit speziellem Anschluss an das Tablet. Je nach Anspruch an das Tablet kann man sich diese Investition aber sparen: Jede beliebige USB-Tastatur aus dem Keller tut es für gelegentliche Arbeiten und zum Konfigurieren des Windows-Tablets auch.

Konfiguration mit externer Tastatur
Für die Erstkonfiguration werden Sie persönliche Ordner erstellen, Verknüpfungen anlegen und in der Systemsteuerung sowie den PC-Einstellungen diverse Anpassungen vornehmen wollen. Für das Einrichten des Geräts empfiehlt sich aus mehreren Gründen eine externe Tastatur.
1. Die Bildschirmtastatur fordert die Hälfte des Displays und behindert dadurch die Übersicht.
2. Die Bildschirmtastatur erscheint nur auf der Modern UI automatisch, sobald man ein Eingabefeld bearbeitet. Auf dem Desktop müssen Sie diese immer explizit starten.
3. Die Bildschirmtastatur ist zum Schreiben ganz komfortabel, aber umständlich für Aktionen wie Kopieren und Einfügen. Für Sonderzeichen wie Backslash oder Doppelpunkt, wie sie beim Einstellen von Pfadangaben ständig anfallen, müssen Sie außerdem ständig den Eingabemodus mit „&123“ wechseln.

Bildschirmtastatur immer griffbereit
Wer keine externe Tastatur angeschlossen, braucht die Bildschirmtastatur stets griffbereit. In der Modern UI erscheint sie automatisch, und am Desktop gibt es für die Taskleiste eine spezielle Symbolleiste:
Aktivieren Sie durch Drücken auf die Taskleiste das Kontextmenü, und wählen Sie dort „Symbolleisten –> Bildschirmtastatur“. Über das kleine Icon starten Sie dann jederzeit die Tastatur.
Windows RT und 8 haben neben dieser neuen Tabtip.exe auch noch das alte Windows-Zubehör Osk.exe (On Screen Keyboard) an Bord. Das ist in vielen Fällen die bessere Alternative, weil es Windows-Tasten, Funktionstasten und Spezialtasten wie „Druck“ oder „Esc“ mitbringt.

Externe USB-Speicher nutzen
Für USB-Sticks und externe USB-Festplatten bietet Windows RT volle Unterstützung inklusive Stromversorgung. Das heißt, dass – wie von Windows gewöhnt – NTFS-, FAT32- und exFAT-formatierte Datenträger erkannt und genutzt werden können. Der USB-Anschluss sorgt außerdem für ausreichende Stromversorgung – eine Tatsache, die bei Apple- und Android-Tablets nicht selbstverständlich ist. Damit sparen Sie sich die Mitnahme eines lästigen USB-Hubs mit eigener Stromversorgung. Allerdings verringern angeschlossene USB-Geräten die Akkulaufzeit deutlich.

Automatisches Bildschirmdrehen verhindern
Wie auf Smartphones oder iPads kann das automatische Drehen des Displays um 90 oder 180 Grad auch auf Windows-8- und Windows-RT-Tablets nerven. Eine Abschaltoption ist auf Windows RT zwar vorhanden, aber alles andere als offensichtlich:
Schieben Sie die Charms-Leiste aus dem rechten Display-Rand, und wählen Sie „Einstellungen“. Wenn Sie auf „Bildschirm“ klicken, sehen Sie oberhalb der Helligkeitsskala ein kleines Bildschirmsymbol mit einem gebogenen Pfeil. Der soll das automatische Bildschirmdrehen symbolisieren. Mit einem Fingertipp auf dieses Symbol ist der Automatismus deaktiviert.

Adaptive Helligkeit abschalten
Auch dieser Automatismus kann nerven: Windows-RT-Tablets passen die Helligkeit des Displays an die äußeren Lichtverhältnisse an. Das soll den Stromverbrauch verringern und dem Benutzer immer ein gut lesbares Display bieten. Das klappt bei Tageslicht ganz gut, bei Nacht und künstlichem Licht eher nicht.
Wenn Sie mit der wechselnden Display-Helligkeit nicht zufrieden sind, sollten Sie die Funktion abschalten: Dazu öffnen Sie über die Charms-Leiste „Einstellungen –> PC-Einstellungen ändern –> Allgemein“. Hier finden Sie etwas weiter unten die Option „Bildschirmhelligkeit automatisch anpassen“, die Sie auf „Aus“ setzen.

Lautsprecherklang optimieren
Von winzigen Tablet-Lautsprechern darf man nicht das ganz große Klangvolumen erwarten. Trotzdem kommt mit etwas Nachhilfe mehr Druck auf die Ohren:
1. In der klassischen Systemsteuerung unter „Sound“ klicken Sie auf der Registerkarte „Wiedergabe“ auf „Lautsprecher“. Unter „Eigenschaften“ finden Sie auf der weiteren Registerkarte „Erweiterungen“ die Optionen der „Bassverstärkung“ und des „Lautstärkeausgleichs“.
2. Noch deutlich mehr erreichen Sie mit einem Player, der einen Equalizer anbietet. Die Musik-App hat nichts dergleichen und der klassische Windows Media Player wurde nicht nach Windows RT kompiliert. Auf der Suche im Windows Store nach einem Player mit Equalizer wird man aber inzwischen fündig: Der MediaMonkey von Ventis Media hat alles, was Sie von einem Musik- und Videoplayer erwarten – unter anderem auch einen Equalizer zur Bass- und Höhenverstärkung. Der Player ist kostenlos, hat aber eine abgeschaltete, kostenpflichtige Sync-Funktion.

Equalizer

Den Desktop bedienbar machen
So angenehm die Bedienung der Kacheloberfläche sein mag, umso mühsamer ist der Gang zum Desktop auf Windows-Tablets. Die winzigen Schaltflächen sind ohne präzise Maus kaum zu treffen. Das Ändern der nativen Auflösung von 1366 x 768 ist nicht zu empfehlen, aber eine ganze Reihe kleinerer Maßnahmen verbessert die Navigation wesentlich:
1. Unter „Systemsteuerung –> Anzeige –> Die Größe aller Elemente ändern“ können Sie Menüeinträge und Schriften durch Anheben des DPI-Werts vergrößern (Dots per inch). Der auf Tablets mögliche Maximalwert von „125%“ ist aber fast schon überdimensioniert für das kleine Display. Probieren Sie einen Zwischenwert wie 115 Prozent.
2. Erstaunlich hilfreich sind die kleinen Anpassungen im selben Dialog unter „Nur die Textgröße ändern“. Besonders „Menüs“, „Titelleisten“ und „Palettentitel“ verdienen größere Schriftgrößen als voreingestellt.
3. Im Windows-Explorer verbieten sich viele PC-Gewohnheiten: Der Navigationsbereich und die Ansichtsoptionen „Details“ und „Liste“ sind praktisch unbenutzbar. Als fingerfreundlich und dabei übersichtlich erweist sich die Ansicht „Inhalt“ – insbesondere nach den Schritten 1 und 2. Am besten setzen Sie diese Ansicht zum Standard via „Ansicht –> Optionen –> Ansicht –> Für Ordner übernehmen“.
4. Denken Sie daran, dass auch am Desktop einige Programme das-Zoomen mit zwei Finger beherrschen: Die Office-13-Komponten können das stufenlos, der Explorer reagiert immerhin mit dem Wechsel der Ansichtsoption.
5. Versetzen Sie die Taskleiste am besten an den rechten Rand (via „Eigenschaften –> Position der Taskleiste“) und verwenden Sie sie nur für absolut notwendige Desktop-Programme. Auch der Desktop-Hintergrund ist auf dem kleinen Display kein geeigneter Startplatz: Es ist unter Windows RT ungleich einfacher und bedienungsfreundlicher, den Startbildschirm als Startrampe auszubauen.

Datei-Manager für die Modern UI
Mit den Desktop-Tipps oben wird der Explorer bedienbar – mit diversen Vorteilen, die er gegenüber anderen Datei-Managern bietet. Trotzdem lohnt sich die Umschau im Windows Store nach Alternativen auf der Kacheloberfläche. Aktuell sind folgende Dateimanager zu empfehlen:
My Explorer“ von Guillermo Rueda arbeitet überwiegend mit Favoriten, die sich der Benutzer selbst einrichtet. Was fehlt, ist ein eingebauter Skydrive-Zugriff.
Files & Folder“ von Boo Studio ist mittlerweile nicht mehr kostenlos (4,99 Euro): Der attraktive Manager bietet eine gute Vorschau, Skydrive-Zugriff, ist aber etwas langsam.
Metro Commander“ stammt ebenfalls von Boo Studio, ist kostenlos, lässt sich aber einzelne Features häppchenweise bezahlen (1,69 Euro pro Stück). Ein paar Euro ist der zweispaltig organisierte Manager mit Drag & Drop, Skydrive-Zugriff und Favoritenleiste aber allemal wert.

Desktop-Kosmetik für Bastler
Windows 8 und RT haben zwei Oberflächen. Deren Bedienkonzept können Sie nicht vereinheitlichen, aber deren Optik:
Verkleinern Sie am Startbildschirm die Gruppen mit zwei Fingern oder Klick auf das kleine Minus ganz unten rechts. Dann fotografieren Sie den Bildschirm mit der Taste [Druck].
Fügen Sie das Bild über „Einfügen“ oder [Strg-V] in eine beliebige Bildbearbeitung wie etwa Windows Paint ein. Danach kopieren Sie nach Wunsch den farbigen Hintergrund über die verkleinerten Gruppen, um diese zu überdecken.
Das Resultat speichern Sie im JPG-Format und verwenden es via „Systemsteuerung –> Anpassung“ als Desktophintergrund.

Der Internet Explorer
Unter Windows RT gibt es momentan nur einen Browser –den Internet Explorer. Damit kann man zwar flott surfen, aber die Favoriten-Verwaltung der RT-Variante ist untauglich und die Desktop-Variante hat die bekannten Bedienprobleme. Ein praktikabler Lösungsvorschlag:
1. Exportieren Sie die Lesezeichen Ihres Lieblingsbrowser – in Chrome etwa über Rechtsklick auf ein Lesezeichen und dann „Lesezeichen-Manager –> Organisieren –> Lesezeichen…exportieren“, in Firefox über [Strg Umschalt B] –> Importieren und Sichern –> Lesezeichen…exportieren“.
2. Sie kopieren die HTML-Datei auf das Tablet und öffnen es mit Doppelklick im Internet Explorer. Danach tippen Sie recht unten auf das Stecknagel-Symbol und wählen „An Start anheften“.
3. Starten Sie den Browser künftig über die neue Kachel im Startbildschirm und damit mit Ihrer Bookmark-Datei.
Wenn Sie eine eigene Web-Seite haben, können Sie die Bookmark-Datei dort lagern.

Plattenplatz und Recovery-Partition
Die Festplattenkapazität auf RT-Tablets reicht typischerweise von 32 GB bis 128 GB. Da 16 GB allein Windows RT fordert und weitere 4 GB eine Recovery-Partition wegnimmt, sind die kleineren Platten schnell voll.
Die Idee, wenigstens die 4 GB der Recovery-Partition zurückzugewinnen, indem man sie auf einen USB-Stick verlagert, ist theoretisch möglich, aber für den geringen Ertrag viel zu aufwändig: Diese Partition muss erst mit Diskpart und „SetID“ und „Assign“ zugänglich gemacht werden. Danach kann über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung –> Wiederherstellungslaufwerk erstellen“ ein bootfähiges USB-Medium mit Notfallsystem erstellt und dieses dann mit den Daten der Recovery-Partition aufgefüllt werden. Viel Aufwand für vier GB: Eine Micro-SD dieser Größe kostet fünf Euro – und der USB-Stick wäre auch nicht umsonst.

Windows RT als „Server“
Ein RT-Tablet hat keine Einschränkungen beim Zugriff auf Netzwerkfreigaben. Alle Windows- oder Samba-Freigaben stehen zur Verfügung. Die Verwendung der neueren Heimnetzgruppe ist ebenfalls vorgesehen, aber es funktioniert auch der Zugriff auf Kontenebene.
Andererseits darf das Tablet keine Daten im Netz freigeben. Dazu heißt es in den PC-Einstellungen unter „Heimnetzgruppe“ nur knapp, „mit dieser Windows-Edition können keine Inhalte mit der Heimnetzgruppe geteilt werden“, und nur der Zugriff auf andere PCs sei möglich.
Ein Blick mit der Dienste-Konsole „Services.msc“ in die laufenden Dienste zeigt, dass der maßgebliche „Server“-Dienst vorhanden und nur deaktiviert ist. Wenn Sie diesen doppelt anklicken, neben „Starttyp“ „Automatisch“ einstellen und dies „Übernehmen“, dann können Sie den „Server“ sofort „Starten“. Und danach verwenden Sie am einfachsten die Konsole „fsmgmt.msc“ („Freigegebene Ordner“). Unter „Freigaben“ und „Neue Freigabe“ geben Sie, wie von jedem Windows gewohnt, Ordner oder Laufwerke im Netz frei.

Windows RT_als_Server

RT-Tablets mit einem externen System booten
Natürlich lässt sich ein Windows-RT-Gerät auch mit einem externen System via USB booten. Vorgesehener Standardfall ist das Windows PE, das sich über „Systemsteuerung –> Wiederherstellung“ auf einem USB-Stick einrichten lässt. Ein purer Spaß ist das Ganze allerdings nicht: Über die „PC-Einstellungen –> Allgemein –> Erweiterter Start (ganz unten)“ und „Jetzt neu starten“ erscheint als eine Option „Ein Gerät verwenden“ und dort „Universal USB Class Boot“. Danach wird es lästig: Die Systemplatte ist Bitlocker-verschlüsselt und muss erst mal aufgesperrt werden. Dazu braucht es einen zweiten Rechner, über den man via Microsoft-Konto den Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel ermitteln kann. Der Vorgang wird durch relativ klare Anweisungen erleichtert, erfordert aber viel Eingabegeduld. Immerhin hat allein der Recovery-Key 48 Stellen, die man eintippen muss. Der Ablauf garantiert hohe Sicherheit für die Tablet-Daten, aber eine halbe Stunde lästige Arbeit.

 

Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel

Ein paar unentbehrliche Produktiv-Apps aus dem Windows-Store:

Notepad Classic statt einem klassischen Notepad am Desktop ist die pure Erholung…

MFTP ist als FTP-Client unentbehrlich, aber weder hübsch noch besonders komfortabel. Da ist noch detulich Luft nach oben…

Unpacker ist wichtig, weil er im Unterschied zu manchen anderen kostenlosen Apps auch verschlüsselte RAR-Archive entpackt. Optik und Bedienung könnten noch zulegen…

Toolbox zeigt mit zwei bis sechs Fenstern, was die Modern UI alles kann, ist aber derzeit nicht flexibel und funktional genug. Ich sehe keine Möglichkeit, eigene Apps einzubinden. Das Wenige, was geht, gibt die App selbst vor…

Benutzerwechsel in Windows 8

Wo findet sich die Option „Benutzer wechseln“ unter Windows 8, dem ja das altgewohnte Startmenü fehlt?

Man sucht nach Win-C unter den Einstellungen bei „Ein/Aus“ – vergeblich.
Man sucht in den PC-Einstellungen unter „Benutzer“ – vergeblich.
Eigentlich ist es einfach, aber der altgediente Windows-User kommt erst mal nicht drauf: Mit der Win-Taste zum Startbildschirm und dann auf das Profilbild rechts oben klicken. Dann klappt die Liste der Konten auf, und man kann direkt zum gewünschten wechseln.

Benutzerwechsel

Listengröße von CMD.EXE erweitern

Die Ausgabemöglichkeiten der Kommandozeile Cmd.exe in Windows 8 scheinen beschränkt: Wenn Sie etwa einen Dir-Befehl in einem größeren Ordner ausführen, können Sie nicht mehr bis zum Anfang der Liste zurückblättern. Standardmäßig ist der Kommandozeileninterpreter Cmd.exe auf eine Bildschirmausgabe von 300 Zeilen beschränkt. Das ist natürlich viel zu wenig, um eine Dir-Liste in einem großen Ordner oder eine umfangreiche Kopieraktion vollständig anzeigen zu können.
Diese Vorgabe lässt sich aber beliebig erhöhen. Nach Rechtsklick auf die Titelleiste finden Sie unter „Eigenschaften, Layout“ die Option „Fensterpuffergröße“. Setzen Sie die „Höhe“ (das ist Zahl der Zeilen) großzügig etwa auf „3000“, je nach Bedarf noch höher. Danach können Sie in einer längeren Liste mit dem Scrollrad der Maus oder mit der Bildlaufleiste blättern. Eine weitere Möglichkeit: Nach Rechtsklick und „Bildlauf“ geht es auch mit den Bild-Tasten.

Sämtliche Vorgaben unter den „Eigenschaften“ gelten immer nur für die aktuelle Verknüpfung. Sie können aber die Puffergrößen, Schriftart und Farben auch global für alle Verknüpfungen und alle Kommandozeilenprogramme (Cmd, Diskpart, FTP) festlegen. Dazu ändern Sie nach Rechtsklick auf die Titelleiste die beschriebene Einstellung statt unter „Eigenschaften“ unter „Standardwerte“.

CMD-Puffer (Listenlänge)

Secure Boot: Status abfragen

Secure Boot ist eine Funktion neuerer UEFI-Firmware, die nur zertifizierte Bootloader akzeptiert und damit vor Rootkits schützen kann. Kehrseite der Medaille: Auch nicht zertifizierte Linux-Systeme haben aktuell ihre liebe Not, sich an dieser Funktion vorbei zu booten. Neben ersten, noch nicht voll überzeugenden Lösungsansätzen steht die simple Maßnahme, „Secure Boot“ im UEFI-Setup einfach abzuschalten, bevor man ein alternatives System starten möchte. Nicht ganz komfortabel, aber immerhin machbar.

Secure Boot ist auf neueren PCs mit vorinstalliertem Windows 8 Standard. Der Status dieser Schutzfunktion lässt sich über die Registry abfragen:

HKLM\System\CurrentControlSet\Control\SecureBoot\State

DWord-Eintrag: UEFISecureBootEnabled
Wert 1: Aktiviert
Wert 0: Abgeschaltet

HLP-Hilfe-Dateien für Windows 8

Wie schon unter Windows 7 fehlt auch Windows 8 die Unterstützung für das alte Hilfe-Format HLP. Wer solche Hilfedateien nutzen möchte, kann sich den HLP-Viewer bei Microsoft unter dieser Adresse besorgen:
Download für HLP-Viewer

Der Download dieses Funktions-Updates erfordert eine Gültigkeitsprüfung des installierten Windows 8 via „GenuineCheck“. Danach und nach der Installation der passenden Variante (32 und 64 Bit) sind die HLP-Dateien nicht nur wieder darstellbar, sondern auch gleich via Registry mit der Winhlp32.exe verknüpft.

Control.exe und interne Namen (Canonical Names)

Die Datei Control.exe ist das Dienstprogramm der Windows-Systemsteuerung.
Ohne Parameter aufgerufen („control“) startet es die Systemsteuerung. Über die Registry sind die einzelnen Applets der Systemsteuerung mit der Erweiterung CPL mit der Control.exe verknüpft: Daher lassen sich CPL-Dateien wie inetcpl.cpl, wscui.cpl, mmsys.cpl, appwiz.cpl, main.cpl auch einzeln starten.

Control.exe kann es aber noch diffenzierter: Jeder einzelne Systemsteuerungspunkt hat einen internen Namen und eine eigene GUID. Alle diese Einzeldialoge lassen sich mit

control.exe /name microsoft.[CanonicalName]

direkt starten – ein Beispiel:

control.exe /name microsoft.System
control.exe /name {BB06C0E4-D293-4f75-8A90-CB05B6477EEE}

Das Ergebnis ist bei beiden Kommandos dasselbe – es erscheint der Dialog mit den „Basisinformationen“ zum System.

Diese MSDN-Seite von Microsoft bietet eine vollständige Liste der Canonical Names und der zugehörigen hexadezimalen GUID-Nummer. Die Liste umfasst 60 Einträge und geht damit über die in der Systemsteuerung aktiv angebotenen Einstellungen hinaus.